Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
214
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Fälle dürfen wir mit Zuversicht schließen, baß nur eine unausgesetzte Aufeinanderfolge mehrerer mit ungemeiner Klugheit und Brav-heit ausgestatteter Familienhäupter ein solches Haus so zu schmücke»und zu befestige» vermocht. Die« ist der Fall bei dem erlauchtenHause der Mediccer, dessen letzte Sprößlinge bis in die Zeitenunserer Väter, und lange, nachdem sie selbst keine Lugend mehrhatten, geblüht, und das Glück, welches die Tugenden ihrer gro-ßen, aus der Volksmasse emporgestiegnen Ahnherrn ihnen als Ber-mächtniß hinterlassen, bis zu ihrem Aussterben ungestört genos-sen haben. Wir können die Anfänge des mediceischen Hauses nichtso weit verfolgen, als etwa die eines ähnlichen, wenn gleich nichtso hoch gestiegnen, deutschen,republikanischen Geschlechtes, der Fug-ger zu Augsburg, dessen fürstliche Sprößlinge dem Gedeihen undEntstehen ihres Faistiliensiors bis zu dem armen Leinweber rück-wärts nachgehen können, der mit einem Schubkarren zu Augsburgeinfuhr, und dessen Fleiß die erste» Gulden zu dem Capitale sam-melte, das jetzt in weitverbreiteten Herrschaften fest begründet istWo in der florcntinischen Geschichte die Medici zuerst auftrete»,da erscheinen sie schon als reich und bedeutend, doch als unlängstnur durch Handel zum Wohlstand gelangt. Es ist dies zu Anfangdes vierzehnten Jahrhunderts. Als Corso Donato, das Haupt derPartei der Schwarzen, dem es gelungen war, die Weißen aus Flo-renz zu vertreiben, sich von seinen frühern Freunden, den Häup-tern des Adels, vernachlässigt und seinen Einfluß schwinden sah,schloß er, um eine neue Partei zu bilden, sich an einige reiche.Familien aus dem Volke an. Unter diesen, die dadurch bedeutendzu werden ansingen, werden die Medici zuerst genannt, wiewohlnach Andern sie'auch die Absichten des Cardinals von Prato, dieverwiesenen Weißen zurückzuberufen, unterstützt haben sollen. Wiedem sey, sie wußten sich so klug zu benehmen, daß sie in Corso'sUnglück nicht mit verwickelt wurden, sondern waren vielmehr vo»nun an unter den Familien, die die plebejische Oligarchie vo»Florenz constituirten. So trugen denn auch sie hauptsächlich beizur Berufung Walthers von Bricnne, Herzogs von Athen, deraber bald seiner erlangten großen Gewalt sich zur Demüthigungjener herrschenden Geschlechter bediente, und unter andern de»Johann von Medici, der Lucca gegen die Pisaner nicht standhaftgenug vertheidigt, 1Z42 enthaupten ließ. Die Medici ließen sichdaher mit einigen andern Geschlechtern in eine Verschwörung gegenihn ein, welche Mattes di Marozzo ihm entdeckte: aber das Glück,das vom Anfang an an die Medici gefesselt schien, wollte, daß.der grausame Herzog, in einer Laune, großmüthig zu erscheine»,diese Sache nicht untersuchte. Zu seinem Verderben; denn als duUnzufriedenheit mit ihm endlich in öffentlichen Aufstand auSbrach,waren die Medici unter den Hauptansührecn desselben. Aorta»sehen wir sie stets in öffentlichen Angelegenheiten thätig. AIs nachVertreibung des Herzogs die Alt-Adeligen zum Lohn ihres dab»geleisteten Beistands zur Theilnahme an der Staatsverwaltung, vo»der sie seit fünfzig Jahren ausgeschlossen waren, wieder gelassenworden, und, dieser neuen Freiheit sich übernehmend, Anmaßn»'gen und Frevel sich erlaubten, waren die Medici es hauptsächlich,die das Volk in die Waffen riefen, und den Adel zu plündern u»ozu verjagen antrieben. Um diese Zeit war Alamanno dei Mcdmdas Haupt seines Geschlechts. In den nächsten Jahrzehenden, wo