Band 
Sechster Band. M und N.
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356 Mirabeau (Horror^ Gabriel Victor RiquetÜ)

für seine Frau, welche den Prozeß gewann. Mirabeau reis'te hier-auf nach London. Seine Briefe beweisen, daß er eben nicht sehrgünstig über England urtheilte, einige gute Einrichtungen ausge-nommen, die er anerkannte. Damals wurde er öffentlicher Schrift-steller aus Beruf und aus innerm Triebe. Auch hatte er wirklicheinen Beruf mehr dazu, und die Geschichte seiner Werke ist vonnun an die Geschichte seines Lebens. Als Amerika seme Freiheiterlangt hatte, dachten die Generale und Offiziere der siegende»Armee an die Stiftung einer militärischen Aristokratie, unter deinTitel: der Orden des Cincinnatus. Ein Bürger aus Südcarolinemachte imJahr 178z aufmerksam auf dieGekahren diesesneuen Bundes.Nachdem Plane dieser nur wenig bekannt gewordnenkleinenSchriftgedMirabeau das nächste Jahr ein Werk in London heraus: <üon,iä°-ranons snr s'orärs äs Oinvinnariis. Da er den Gegenstand alsPolitiker und als Gesetzgeber behandelte, so bestimmte er die allge-meine Meinung über jene gefährliche Neuerung, und trug dazu bei,Amerika von den Ketten zu retten, welche für dasselbe geschmiedetwaren. Auch war er Mitarbeiter an der französischen Zeitschrift, diein London erschien, Is Eourisr ä« l'Nnropo. Er befand sich oll innicht geringer Verlegenheit. Seine Feinde behaupteten sogar, Wi-sche und andre seiner Bedürfnisse habe sein Bedienter gestohlen, we-nigstens kam er deßhalb in London in Untersuchung. — Damals ver-langte Joseph II., der, mit Rußland verbunden, dessen Wünsche:»Ansehung des Seehandels theilte, die Schifffahrt der Scheide ne«zu beleben, Ostende blühend und Amsterdam zum Marktflecken z»machen. Mirabeau widersetzte sich diesen Entwürfen, und widerlegte ^mit vieler Kunst Linguets Werk durch seine Dauere sur I-> üben« iäs 1'Lscaur; derselbe Fürst, welcher die Scheide befreien wollte,wünschte seine eignen Unterthanen, die seinen politischen Versuche»überall möglichst auSwichen, immer mehr seinem Willen zu unter- !werfen. Mirabeau nöthigte ihn, die Stimme der Wahrheit z»hören: die höchste Summe von Glückseligkeit sey das einzig sichere ^Wand der Völker und ihrer Herrscher. So hatte sich Mirabeau i« jFache der Staatskunst gezeigt ; er trat jetzt auch als Cammeralistauf. Seine Schriften über die Ealsss ä'Lscomprs, die Lang»»äs 3r. Ltmiäes, die Acrious äs, e»ux, welche sich über Zweige desöffentlichen Credits und alle Quellen des Wuchers mit Staatspa- -Pieren verbreiteten, folgten einander rasch gleich Lichtstrahlen, ä» >diesen Schriften vereinigte er mit smithischer Methode die Bered- ^samkeit eines DemosthcneS. Dies und die satirische» Schilderungen >berühmter Personen brachten seine Schriften in Ruf. Damals stundCalonnc, ein Minister von großen Talenten, der aber weder Recht-lichkeit noch Lugend besaß, an der Spitze der Finanzen. Mirabeauhielt vergebens bei ihm um die Consulstelle in Danzig oder Ham-burg an. Calonne war gerecht gegen Mirabeau's Genie, aber «fürchtete sein Talent; deßhalb leitete er es ein, daß Mirabeau >mI. 1786 nach Preußen verwiesen wurde, wo man ihm einen gehei-men Auftrag gab, der mehr gefahr- als ruhmvoll war. Dort ent-warf Mirabeau se-n nützliches und gelehrtes, obgleich nichts weni-ger als fehlerfreies Werk: äs I» iiioimrcliio piui-äsuue. Er sam-melte darin zum Theil mit fremder (Mauv-llons u. A.) Hülfe «>nähern Umstände jenes inneru Mangels, auf welchem blendendeGröße gegründet war; er entdeckte die starken und dennoch sem"Lenkseile, weiche jenes Räderwerk von Staat zum Erstaunen elue