Mirabea« (s^onorv Gabriel Victor AiquettO 3>>?
bewegten. Vorzüglich bewundert man seine Schilderung Friedrichs 7t.,welche mit den vollendetsten Darstellungen des Alterthums sich ver»gleichen läßt. Friedrichs großer Geist wußte Mirabeau's Genie zuschätzen. Aber Friedrich Wilhelm II-, der Friedrichs Stelle mehrbesetzte als ersetzte, sandte bald nach seiner Thronbesteigung an Mi-rabeau den Befehl, sein Gebiet unverzüglich zu verlassen. Nur mitMühe verschaffte sich Mirabeau das nöthige Reisegeld, er verließPreußens Residenz; erst in Nancy hielt er an, um die Aufführungder Dido zu sehen; hier verliebte er sich in die Schauspielerin, ver-lor bei ihr eine Rächt und seine Börse, borgte die seines Secretärs,und leerte sie fast gänzlich; es brach ein Rad seines Wagens beiBourget; er ließ hierauf Secretär, Wagen und Papiere im Stiche,und kam zu Fuße, ohne einen einzigen Sou baar Geld, nach Paris.Da ward er den Sturm gewahr, der über Frankreich hereinzubre-chen drohte. Sein erstes Werk nach seiner Rückkehr war eine Fort-setzung seiner siönonciakion sie l.'->§ic>r->go. Aber indem er dieseprivilegirte Geißel angriff, wie Hercules, welcher den Cacus erstickt,vergalt ihm die Regierung seine Kühnheit durch einen Berhaftbrief.Er fand jedoch Mittel, sich ihm zu cnrziehn; da öffnete sich ihm diegroße Laufbahn seiner Kraft, und die Tyrannei zitterte. Schonhatte er Neckers Ruf angegriffen, als er die Freiheit in Frankreichaufleimen, in Holland hinwelken sah. Sein Avis sux Barav«,und fein Werk! I'kkiaroirs ssorors si« Irr oour sis Berlin erwar-ben ihm neuen Ruf und neue Verfolgungen. Diese tlorresponsinncsIsdrecs war sein letzter Werk. Er sagt darin unter andern : „Der Tagwar der glücklichste meines Lebens, an dem ich die Berufung derNotabeln erfuhr. Sie wird ohne Zweifel die Reichsversammlungzur Folge haben. Ich sehe darin eine neue Ordnung, die Umbildungder Monarchie; und ich würde mich überaus glücklich schätzen, dieunterste Stelle eines Secretärs in dieser Versammlung, von der ichdie erste Idee gehabt, zu bekleiden." — So hat er die Versamm-lung der Reichsstande vorauSgesehn und angekündigt. Jetzt solltedieses Drama wirklich beginnen. Mirabeau ging in die Provence»um gewählt zu werden. Aber indeß hatte das Parlament jenerSchmähschrift, 1a Lorresponsianoo soeiew, wegen einen ProzeßHegen ihn eingeleitet. Noch ehe das Urtel gesprochen werden konnte,fand man für gut, diesen gefährlichen Mann durch einen Berhaft-bricf auf die Seite zu bringen. Eine Fregatte lag schon in Toulonbereit, um ihn nach Indien zu führen. Bei Zeiten gewarnt, eilteer nach Paris zurück, ehe des Königs Befehl in der Provence an-kam. Dort verwandten sich der Abbe Perigord (Talleyrand) undder Duc de Lauzun so lebhaft für ihn, daß der Befehl zurückgenom-men wurde. Triumphirend kehrte Mirabeau in die Provence zu-rück; aber auch jetzt sah er sich ausgeschlossen von der Wahl derAdeligen durch die Besitzer großer Lehngüter. Da schwang er die«ahne des dritten Standes und trat als ein zweiter Marius auf.Kaum hatte er in dem Rathe der Reichsftändc gesprochen, so glicher ,n dieser Versammlung dem olympischen Jupiter, welcher nachergnem Wohlgefallen die Stürme fesselte oder losließ. Die meisten""" wichtigsten Beschlüsse, welche die constituirende Versammlungkatzte, gingen aus Mirabeau's Antrag durch. Nach eines Augenzeu-M, des Duc de Levis Urtheil, liebte Mirabeau die Freiheit, dieMonarchie und selbst den Adel, wiewohl er die Neigung für denMrn sehr geschickt verbarg. Seine Freihettsliebe war mehr gegen