Band 
Sechster Band. M und N.
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Mirabeau (Honor« Gabriel Vlctsr RiquetM 3Sy

tet hätten. Nun wurden Mirabeau's Schulden bezahlt, die sich ausM,oao Livres b-liefen, und ihm wurde eine monatliche Pension«on Sooo Livres zugesichert. Er legte dem Könige zwei Plane zueiner Gegenrevolution vor; nach dem einen sollte sich der Könignach Rouen, nach dem andern nach Metz begeben. Der Königwählte den letztem, und sandte den Grafen dc la Marck insgeheimnach Metz, um mit dem Marquis de Bouille alles zu veranstalte».Mirabeau hielt sein dem König gegebnes Wort bis an seinen Tod ; dochfolgte dieser nicht immer seinem Rathe; nur die Königin verließ sich soganz auf ihn, daß sie sagte: „ich bin überzeugt, daß ich nicht um-komme, so lange Mirabeau lebt." — Schwerlich würde Mirabeau sei-nen Einfluß in einer Revolution behauptet haben, die anfangs keinpersönliches Ansehen duldete. Schon argwohnte man seine Verbin-dung mit dem Hofe. Der Ankauf der Bibliothek von Buffon unddes Klosters Argenteuil, einst Heloisens Zufluchtsort, und andreUmstände erregten den Verdacht der Jakobiner. Vergebens sagtenMirabeau's Freunde, der Absatz seines souvnal <ie Provence bring«ihm so viel ein. Petion weigerte sich daher mit bei seinem glän-zenden Leichenbegängnisse (den qten April) zu seyn, ..weil er von,Hofe sich habe erkaufen lassen." Der Tod entzog Mirabeau derRate der Jakobiner. Er starb an einem Entzündungssieber, daser wahrscheinlich durch Unmäßigkeit sich zugezogen harte. Manglaubte, er habe auf zAnstiflen der beiden Lameths, seiner unver-söhnlichsten Feinde, Gift bekommen. „Meine Schmerzen," rief ermit der ihm eigenthümlichen Energie, „sind unerträglich; ich habenoch Kraft für ein Jahrhundert, und nicht mehr für einen Augen-blick Muth." Der jetzige Prinz Lalleyrand, den'Mirabeau vor-züglich achtete, hörte sein letztes Wort: „Lesen Sie dieses Papierbor Nationalversammlung vor; es enthält meine Meinung über diejetzt besprochnen testamentarischen Erbrechte. Sagen Sie ihr, es istnoch im Tode meine Überzeugung, nichts sey so geeignet, eine gehäs-sige und gefährliche Aristokratie zu befestigen, als das Gesetz zuGunsten der Erstgeburt, welches eine nachtheilige Ungleichheit in dieEigenrhumsverhältuiffe bringt, indem es einem Sohne das ganzeVermögen zuerkennt." Dies waren die letzten Worte eines französi-schen Gesetzgebers, der selbst der älteste Sohn war. So starb imersten Jahre seines Alters Gabriele Honore Riquetti Mirabeau,der erste Redner seiner Zeit in Frankreich, und vielleicht in Europa,beine Jugend war drangvoll und stürmisch; aber selbst in seinemreiferen Alter unterlag er oft der Gewalt, die gefährliche, selbsterniedrigcudc Leidenschaften über ihn hatten. Wenn er auch Lugend>n> Leben nicht übte, so hat er sie doch, wie seine Freunde glauben,geliebt. Es war ein Unglück für Frankreich, daß der erste Held inder Rennbahn der Revolution, der vor keinem Hindernisse erschrak""d beharrlich die kühnsten Entwürfe durchsetzte, nicht mit dem rei->>e» Muthe der Tugend, sondern, getrieben von Noth, Schuld undMbsucht, nur mit der Kühnheit unedler Leidenschaft zu dem hehren"übe der Freiheit seinen Blick erhob. — Mirabeau's Tod verbrei-te in ganz Paris Schrecken und Bestürzung. Aber als die Parteider Republikaner den Eonvent beherrschte, ward sein Andenken be-impft. Doch war keiner der Volkshäuptlinge ihm zu vergleichen.<>er einzige Danton scheint gewisse Züge des Charakters mit ihmgemeini gehabt zu haben. Im September U7Y4 ward MaralsLeichnam ins Pantheon gebracht und Mirabeau's Asche herausge-