Band 
Sechster Band. M und N.
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86c» Mirabeau (Victor Riquetti, Marquis de)

nommen. Das Volk hing sein Brustbild auf; aber der erste Consiilbefahl im I. 1800, sein Bildsäule unter denen der gießen Männeraus asten Rationen in der Gasterie der Luiieric» aufzustellen. M- erabeau's Gesicht verrieth einen ernsten Charakter, und aus seinem !Auge blitzte das Genie; aber seine Züge hatten etwas Gemeines, ^und wurden zu Zeiten von. den Blatternarben bis zur Häßlichkeitentstellt. Er hatte die Gestalt und Größe eines Heiducken, undmit seinem finstern bäurischen Aussehen machte das dichtlockige,modisch ängstlich fristete Haar und der gesuchte Putz eines Stutzersde» seltsamsten Contrast. Aber kaum öffnete er den Mund, s«verschwand jeder Übelstand vor dem Zauber seiner Rede. Lavater>'agt über ssin Porträt: „Ich hatte mir ihn ungefähr so, nurdi-ser und geistreicher vorgestellt. Man sieht sogleich den Mannvon entsetzlicher Kraft, von eiserner Vermessenheit, von unerschöpfli-chem Jdeenreichthum, von alles verachtender Entschiedenheit.Ich für mich aber sage mit physiognomischer JntuitionsgewWil,daß ich nur Außerordentlichkcit, nicht Große in diesem Gesichtefinde, nur Kraft ohne Ruhe, nur Witz ohne Weisheit, nur schaunvergessende Gewaltsamkeit ohne eigentlichen Heidenmuth. Ja, ichunde einen Zug, der ganz entscheidend ist für Eraltation, dies«oft für Genie gilt, und nur Karikatur davon ist, die nicht.dichan Starrheit gränzt, sondern oft in Starrheit übergeht. Bon derFüll« körperlicher Temperamentskraft spreche ich nicht, weil sie zu.auffallend ist." — Hätte Lavater Mirabeau sprechen gesehen,!«würde er auch die Physiognomie des Geistes erkannt haben. Miteinem Worte, Mirabeau zeigt, wie die ganze französische Revolu-tion, was die vom Witze auf den höchsten Grad gespannte Leide»- ,ichastlichkeit zugleich Schlechtes und Gutes hervorbringen kainnund darum haben wir so lange bei Mirabeau's Schilderung ver-weilt. Seine Reden sind gesammelt in der Schrift: älirabes»poknr paa lul-inäms 1791. Vol. IV- 8-; und Loliscr. comhi-aes liavsux äs iVlirak. L l'asseruhiso urltiouals > por Fiesta»1791. Vol. V- 8'! Esprit <lo iVUrabsau rZos. 8- Auch euthol-ten die in London 1797 erschienenen üio§rapl,ici>l Lusoilore» VI

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Mirabeau. V-

Mirabeau (Victor Riquetti, Marquis de) Vater desGrafen und des Vicomte Mirabeau, aus der Provence, Comum-deur des königlich schwedischen Wasaorbens, Mitglied der Akadev»«der schönen Wissenschaften zu Montauban, und der Gesellschaft ^Wissenschaften zu Montpellier, gest. zu Paris 178Y, besaß M«Talente. Er machte sich durch sein Werkfi H'Ln .1 uss IGm>uo"u lerairs <!o Population. >728- Vol. II. 12 . berühmt, da

Beifall verdiente. Voll Eigensinn und Launen war er geizist, d->-bci oft bart und rachsüchtig, vorzüglich gegen seinen ältestendessen Mutter, die Marquise, eine stolze, mürrische und ränkem«,tige Frau, nichts weniger als den Ruhm sanfter Weiblichkeit be^Sie lebte in bestäudigem Streite bald Hirt ihrem Gatten , bald »>»ihren Kindern. Mit jenem führte sie einen langen, kospMlg--Prozeß. Kein erbauendes Beispiel für die Söhne! Der st-'««»Vater wußte weder das natürliche Feuer seines ältern Sohne» 1bändigen, noch seine heftigen Begierden zu zügeln. Er reizte rdurä, Widerspruch, erbitterte ihn durch Strafen, und bracht«zur Verzweiflung durch unerbittliche Härte. Der jüngere «ohn,