Band 
Sechster Band. M und N.
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361
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Miranda 361

Mcomte, war der Liebling des Vaters, der in seinem letzten Willen>ine an Ungerechtigkeit gränzende Vorliebe für ihn zeigte, wovonnn Prozeß und kodllicher Haß der beiden Brüder gegen einander dielsolge war. Der Vater stand als ein denkender Gelehrter in An-sehen. Er vertheidigte mit Wärme und Einsicht das, physiokratischeLystem, daher man ihn den Patriarchen der Ökonomistennannte. Mit Unrecht ward er eine Zeit lang für den Verfasser desSMsnie äs 1» Il»r»re erc. gehalten. Er und sein jüngerer Sohn wa-ren die Schutzredner des Hofes und der königlichen Gewalt. Somachte die Pofitik den Vater und den ältesten Sohn, wie die bei-den Brüder zu unversöhnlichen Feinden. Doch der Vater starb undder Vicomte, den man in der Nationalversammlung allgemein verach-tete, wanderte aus. Wer das physiokratische System des Marquisim Wesentlichen kennen lernen will, den verweisen mir auf die merk-würdige Zuschrift, in welcher der Graf Mirabeau seinem Vater dasWerk äs 1a IVIonaiclris k'russisnns «oas I^roclsrio 1« 6rsncl(I-onäres k — VII.) Widmet, wo er die Bestätigung der

Grundsätze jenes Systems in der ihm widersprechenden Verwaltungdes preußischen Staats gefunden zu haben versichert. 6-.

Miranda ist nicht, wie Dumo u riez, unter und mit demer diente, gemeint hat, in Peru, sondern in Mexiko geboren. Erfand, der Eifersucht ungeachtet, mit der die Spanier die eingebor-nen Amerikaner anzusehn pflegen, dennoch ein Mittel, sich den Gradeines Obersten zu verschaffen, und wurde von dem Gouverneur vonGuatimala zu mehreren geheimen Aufträgen gebraucht. Man be-hauptet, >daß er eine geraume Zeit -an einem Plane gearbeitethabe, seinen Landsleuten ihre Freibcit zu verschaffen, wodurch dieEile, mit welcher er Reu-Spanien verließ, bewirkt worden sey. Erreiste allenthalben umher, turchspähte alle Winkel Europens, undhielt sich zu wiederholten Malen in England auf. Sein richti-ger Geschmack, seine ausgebreiteten Kenntnisse und seine classischeSchreibart setzten ihn in den Stand, mehrere Anekdoten und Be-merkungen über die Gebräuche, Staatsverfassungen, Gesetze undWissenschaften einer jeden Nation, vornehmlich aber über ihre mili-tärisck>e Verfassung zu sammeln und in Umlauf zu bringen. Als diefranzösische Revolution ausbrach, und ein auswärtiger Krieg unver-meidlich wurde, verließ er sogleich Petersburg, wo er sich ebenbefand und die Gunst der Kaiserin genoß, deren Versuche, ihn anihre Person und ihren Dienst zu fesseln, vergebens waren, undbegab sich nach Paris. Er erhielt durch Petrons Verwendungden Grad eines Generalmajors, und unterstützte die Anstrengun-gen des Generäls Dumouriez zur Beilegung Belgiens. Da er§ ein ausgezeichneter Ingenieur war, so entwickelten sich in der Kunstdes Angriffs seine Talente immer mehr. Er wurde von der Armeegeachtet, und in Paris populär. Als der Held von Zemappe(Dumouriez) in Holland eindrang, wurde Miranda zum Befehls-haber der Truppen ernannt, die zur Belagerung von Mastrichtbestimmt waren, die durch eine einleuchtende Nachlässigkeit desjeni-gen Generals vereitelt wurde, der sich an der Spitze der Armeebefand, die sie zu decken befehligt war. Das Benehmen Dumouriezwurde verdächtig, als man von seinen veralberten Gesinnun-Sch durch die öfteren Unterredungen mit dem Prinzen von Coburg,°>e seinen Untergang herbciführre», benachrichtigt wurde. Mi-ka» da theilte seinem Freunde Petron, der Mitglied des Wohl-