Band 
Sechster Band. M und N.
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362 Mirandola

fahrts-Ausschusses war, seine Besorgnisse mit, und bekam den Auf-trag, den General en Chef zu verhaften. Dieser Umstand rettetedem General Miranda das Leben, denn Dumouriez legte ihm 'den Verlust der Schlacht von Neerwinden zur Last. Noch in seinenMemoiren verleumdet er ihn, wogegen sich aber Miranda ineiner eben so gelehrten als nachdrücklichen Vertheidigung gerecht-fertigt hat. Die Partei der Gironde war kaum durch die Energiedes Berges besiegt, als Miranda verhaftet, und nicht eher in ^Freiheit gesetzt wurde, als bis nach der Hinrichtung Robespier- !rc's alle Gefängnisse geöffnet wurden. Er nahm demnächst einenthätigen Antheil gegen die pariser Sectionen, und wurde abermals !auf Befehl des Direktoriums verhaftet. In der Folge wurde ihmunter dem Borwande, daß er ein Ausländer sey, Frankreich zu ver-lassen, befohlen. Miranda weigerte sich, zu gehorchen, reclamirtebei der Legislatur die Rechte eines französischen Bürgers, und dieausübende Macht sah sich, von ihrem Vorhaben abzustehen, genö-thigt. So viel man weiß, lebt Miranda noch jetzt (1814), hält >sich in Reu-Spaiiien aus, und ist von der Partei, die unter Englands -direktem Einflüsse steht. Zm Julius 1812 nahm die Contrerevolli- ^tion auf Terra Firma ihren Anfang. Der Seecapitain Dieg»Montev erdo rückte in Puerto Caballo ein. Er schlug in Ver-einigung mit den königlich Gesinnten den General Miranda.Monteverdo verfolgte seinen Sieg. Er rückte am 2?sten des lgenannten Monats in CarraccaL ein, und nahm am zosten JulivS !den General Miranda gefangen. Am ytcn December selbigen .Jahres versammelte sich der sogenannte Congreß von Neu-Grenada >in der Stadt Leica. Er bestand aus den Deputirten folgender elf >Provinzen: Santafe, Funsra, Soccorro, Pamplona, Los LianuS, fMariquita, Neiva, Antioquia, Choco, Popagan und Carthagena. ^Jede derselben hatte bereits ihre vollkonimne Unabhängigkeit von !Spanien für sich erklärt. Mit dieser Confödecation hatten sich auch ^die" Provinzen von Carraccas und Venezuela, die eine Bevölkerung jvon drei Millionen Einwohnern haben, und vom General Mi- franda insurgirt, aber von einer royalistischcn Armee bezwungen !worden, vereinigt. Im Jahr 1814 erhielt man zu Jamaica eineProclamation des oben erwähnten Congresses von Neu-Grenada, iworin den dazu gehörigen Provinzen die Rückkehr Ferdinands V>b,Lönigs von Spanien, bekannt gemacht wurde. Aus der in dersel-ben herrschenden Sprache erhellt, daß dieser Congreß nicht die Ab-sicht habe, sich in das Schicksal der Cortes zu fügen, sondern viel-mehr gewilligt sey, seine einmal proclamirte Unabhängigkeit zu !behaupten, und sich dieserwcgen an das brittische Ministerium !gewendet habe. Dti.

Mirandola (Johann Pico, Fürst von), mit dem Beiname»der Phönix, eine der schönsten Zierden der Wissenschaften zur seilihres Wicderaufblühens, war 146z unter Pius ll- geboren. Er m>»der jüngste Sohn von Johann Franz von Mirandola und Julla,eus dem edeln Geschlecht Bojardo. Eine Feuerkugel, so erzähle»abergläubische Geschichtschreiber jener Zeit, ward über dem Bette sei-ner Mutter gesehn, die Hoheit und Vollkommenheit des Knabenankündigend. Früh genoß er den Unterricht der geschicktesten Lehrer,und gab die außerordentlichsten Proben von Fassungskraft und Ge-dächtniß. Dem geistlichen Stande bestimmt, vegab er sich i» eunAlter von vierzehn Jahren nach Bologna, um daS kanonische sieey