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Mitau Mithridates 36s
Mit«», die Hauptstadt von Eurland, am Flusse Aa, in derLandschaft Semgallen. Die Zahl der Einwohner beträgt über12,002. Die Sladt ist meistens schlecht gebaut. Auf der Stelledes vormaligen Schlosses, außerhalb der Stadt, hat Herzog ErnstJohann von Birst, ei» prächtiges neues Residenzichloß erbaut.Durch die Landcscollegia, durch die Landtage des Adels, und durchdie von Deutschland über Mitau nach Petersburg führende Haupt-straße ist die Stadt sehr lebhaft. Das Gymnasium wurde von.Herzog Peter gestiftet und 1775 eingeweiht.
Mithridäres, der Name mehrerer Könige in Pontus, unterdenen Mithrioates der Große der berühmteste war Er war bei sei-nes Vaters Tode dreizehn Jahre alt. Herrsucht, Grausamkeit undein durch nichts zu beugender Sinn waren die Eigenschaften, welchesich früh in ihm entwickelten. Kaum hatte er im I. 12z vor Ehr.Geb. die Regierung angetreten, als er seine Mutter, welche seinVater ihm zur Mitregentin verordnet hatte, in ein hartes Gefäng-niß warf, wo sie, nach Einigen an den erlittenen Mißhandlungen,nach Andern an Gift starb. Richt zufrieden, seinen Körper gegenalle Kchchwerden abzuhärten, soll er ihn durch Gewöhnung sogar ge-gen die Wirkungen der Gifte unemvfindlich gemacht haben. Als ermündig geworden, vermählte er sich mit seiner Schwester Laodioe,mir der er einen Sotm, Pbarnäces, zeugte. Darauf unternahm ereine Reise durch Asien, theils um die Gebräuche, Gesetze, Sittenund Sprachen der Einwohner kennen zu lernen, wie man denn vonihm anführt, daß er zweiundzwanzig Sprachen gesprochen habe,theils um die Länder seiner Nachbarn, die er sich zu unterwerfenstrebte, auszukundschaften. Nach drei Jahren kehrte er zurück, undbestrafte seine inzwischen ihm untreu gewordne Gemahlin, die ihnmit Gift hinzurichten vergebens gesucht hatte, mit dem Tode. Nach-dem er die Rüstungen zu seinen großen Unternehmungen vollendethatte, überfiel er Paphlagonien, bezwäng es leicht, und theilte esmit seinem Freunde und Bundesgenosse», dem Könige von Virby-nien. Vergebens drohten ihm die Römer, welche das Land für frei«klärt hatten, mit einem Kriege. Mithridates ließ sich dadurch sowenig schrecken, daß er sich auch des unter römischem Schutze stehen-den Galatiens bemächtigte. Dann richtete er sein Augenmerk aufCapxadocien. Da er aber die Macht des Ariarathes, welcher diesesLand besaß, und seine, genaue Verbindung mit den Römern fürchtete,ihg er Verrath der Waffengewalt vor, und ließ ihn meuchelmörde»«sch umbringen. Au gleicher Zeit siel Nicomedes, König von Bi-Mn.ien, in Cappadocien ein, vertrieb den Sohn des ermordetenHonigs und vermählte sich mit der hinterlaßnen Witwe, einer Schwe-ster des Mithridates. Dieser ergriff den Verwand, den Sohn seinerSchwester wieder auf den Tbron setzen zu wollen, siel in Eappado-eien ein, eroberte es glücklich, und fetzte gegen seinen anfänglichenplan wirklich seinen Neffen wieder auf den Thron. Bald aberbereute er die ausgeübte Grosimuth und nöthigte den jungen Fürsten,durch entehrende Foderungen zu einer Kriegserklärung. Beide zogenungefähr mit gleichen Heeresmaffen gegen einander aus. Mithrida-n! sollte keine Schlacht wagen, sondern bot den Frieden an undb» ^"stkN Fürsten zu einer Unterredung ein. Während dersel»
ködtete er ihn mit einem Dolche, den er verborgen bei sich trug,m Angesicht beider Heere. Die Cappadocier, die ihren Herrn falleni«hen, befiel ein panischer Schrecke», und Mithridates bemächtigte