Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Mittagsfiache Mittagslime Z69

Mittagsfläche heißt die Ebne, welche durch die Schektellinieund Weitste gedacht wird, und auf der Ebne sowohl des Horizontsals Äquators senkrecht steht. Der Schatten eines senkrecht stehen-den Stabes befindet sich im Augenblicke deS wahren Mittags in derMitragsfiäche.

M iltagskreis, oder Meridian, ist ein größter Kreis derHimmelskugel, weicher durch die Pole und den Scheitelkreis geht,oder der Durchschnitt der Mittagsfläche mit der Himmelskugel.Diesel Kleie theilt die Himmelskugel in zwei Halbkugeln, in dieöstliche und westliche. Es ist Mittag, wenn der Mittelpunkt derSonne in denselben tritt. — Außerdem gibt es auch Mittag s-kreise der Erdkugel. Dies sind gleichfalls größte Kreise, welchedurch die beiden Erdpolc und die Schcitelkreise geben. Sie find desjenigenOrrcs der Erde, den sie treffen, wenn ste um die ganze Erdkugel gezo-gen werden, Meridian oder Mittagskrcis. Wenn man indeß von demMeridian eines Orts redet, so versteht man gewöhnlich nur die eineHälfte des Kreises, und die andre Hälfte ist in diesem Sinne derentgegengesetzte Meridian des Orts. Die Örter, welche in einerleiMeridian oder Mittagskreise liegen, haben auch gleichen Mittags-kceis am Himmel, also einerlei Mittag und einerlei Zeit. DieLner des entgegengesetzten Mittags sind in Rücksicht derZcitum zwölfStunden verschieden. — Jeder 'Mittagskrcis wird, wie überhauptjeder Krew, in z6c> Krade getheilt, und diese dienen zur Bestim-mung der geographischen Breite (s. d.). Da die Erfahrung lehrt,daß die Erde keine vollkommne Kugel, sondern in den Polen abge-plattet ist: so folgt daraus, daß die Grade der Meridiane nach denPolen , hin großer seyn müssen, als gegen und unter dem Äquator.Alle Örter, welche einerlei Meridian haben, haben auch einerleiLänge (s. d.). Derjenige Meridian, von welchem man die übrigen zuzählen anfängt, heißt der erste Meridian. Er ist willkürlich;die Franzosen zogen ihn durch die Insel Ferro (20 Grad westlichvon der pariser Sternwarte); die Engländer über Greeiiwich. Bondiesem ersten Meridian aus werden die Längengrade von Westen nachOsten um die ganze Erde herum gezählt.

Mittags'iinie heißt 'die Lurchschnittslinie der Mittags-fläche mit dem Horizonte. So lange die Krümmung der Erdober-fläche noch nicht merklich ist, mithin einen kleinen Theil dieserLiniy an einem Orte der Ebene kann man ats.einen Theil des durchden Ort gehenden Meridians oder Mittagskreises betrachten. Wer-den dagegen mehrere Theile einer Mittagslinie für verschiedne un-ter einem Mlttagskreise liegende Örrer mit einander verbunden,st mache» sie, der Krümmung den Erdoberfläche wegen, die aufweitere Strecken merklich wird, einen Bogen des Meridians selbstaus. Die Mittagslinie wird zu astronomischen Beobachtungen und>m bürgerlichen Leben sehr häufig gebraucht. Ohne sie kann mantst Zeit nicht richtig bestimmen, keine Sonnenuhren richtig ver-zeichnen, die gewöhnlichen Uhren nicht stellen, die Grade auf derErdkugel nicht genau abmessen u. s. w. Man hat zu astronomi»ichem und geographischem Gebrauch die Mittagslinie gewisser Örtertusch ganze Länder fortgezogen. Eine solche Verlängerung derwilttagsiinie der pariser Sternwarte unternahm zuerst Picard; I.

Eassini setzte sie bis Callioure, und I. Casimir, Maraldi und de>a,Hire bis Dünkirchen fort, folglich durch einen Bogen von 8- Zi'«r des Mlttagskresses der Erde. — Auch hat man Mittaaslinieirr«m>. ke;. (N. B^l.) VI. -4