Band 
Sechster Band. M und N.
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37o Mttagsplinkt Mittelalter !

mit einem Enomon d. h. mit einer Veranstaltung versehn,'durchwelche gerade zur Zeit des wahren Mittags ein Bild der Saumauf die Mittagslinie fällt. Schon zu Augusts Zeiten wurde zuRom ein Gnomen errichtet, später zu Flvrcnz, Bologna, Paris.

M ittagspu nkt, oder Südpunkt, ist der Äiirchschnittspimkides Mittagskreises mit dem Horizonte nach der Mittagsgegcnd hin.Von iüm wird die ganze umliegende Gegend des Himmels Mit-tag oder Mittagsgegend genannt, und er ist einer von du, ivier Cardinalpunkten. In der Schifferwrache heißt er Südpunkt.

Mittelalter. Wenn das Alterthum, die Zeit vorherrschendersinnlicher Empfänglichkeit, mit der Kindheit des Menschen rrcffend ,verglichen, dagegen die neuere Zeit, wegen ihrer sittlicher» Rich-tung und überwiegenden Neigung zur Reflexion, mit Recht dasMannesaltcr der Menschheit genannt worden ist, so darf uns mitgleichem Grunde das Mittclalter den Jünglingsjahren des Mor-schen gleich gelten; nicht nur wegen seiner Stellung zwischen deralten und neuen Zeit (man gibt diesen Name» den Jahrdundertk»vorn Untergang des weströmischen Reichs oder enger, von Carl demGroßen an bis zur Reformation), sondern ganz eigentlich zufolgeseines Wesens; denn was dem Jüngling eigen ist, stolzes Gefühlder persönlichen Kraft und trotziges Vertrauen darauf auf der ei«,hohe Reizbarkeit des Gemüths und leicht bis zum Enthusiasmusgesteigerte Empfänglichkeit für hohe Ideen auf der andern Seicheben das zeichnete auch ganz eigenthümlich das sogenannte Mitttl-alter aus. Nachdem der Egoismus des Alterthums in der römische»Universaldespolie und die Sinnlichkeit desselben in der Üppigkeitder Welthauptstadt ihre äußerste, sich selbst vernichtende, Höhe er-reicht hatten, da schleppte das Menschengeschlecht durch mehre Jahr-hunderte ein charakterloses Halbtebcn, bis die Söhne der Kraft, ausNorden über das ganze Abendland sich ausbreitend, eine Epoche er-öffneten, die man, doch nur einseitig, dem Heldenalter einzelnerVölker des Alterthums vergleichen könnte; den» zu dem mnthige»Trotz auf eigne Kraft, der frischen Leidenschaftlichkeit, die jene al-lein charakterisiren, und die bei den Deutschen durch die neue»Siege reiche Nahrung erhielten, besaßen diese noch jenen heiße»Enthusiasmus fürs Hohe und Heilige, der die Geschichte des M,l-telalters so anziehend macht. Jene beide» Hauptzüge der damalige»Menschheit geben die Erklärung der vielen hervoistechenden, so ga»jausschließend eigenthümlichen, Erscheinungen jener Zeit; sie gede«diese Erklärung besser, als die, gewöhnlich zu hoch angeschlagen«,Verschmelzung des barbarischen Charakters mit dem der Römer,denn diese hatten keinen, und die neuen Bedürfnisse, die die Deut-schen durch sie kennen gelernt, haben nur die Äußerungen ihres W>- .fens, nicht dieses selbst, bestimmt. Dies gilt selbst von der ei»- sflußreichsten Gabe, die die Nordländer von Rom empfingen, demChristenthum. Trotz auf eigne Kraft, eifersüchtige Überschaf>>»ßPersönlicher Freiheit waren die Quellen des Lehnswesens und desFaustrechts, wie des städtischen Lebens und der Gilden und Zünfte,der Enthusiasmus jener Zeit, die Quelle der lieblichen und hohe»Poesie, die damals geblüht, so wie er auf der andern Sssic, >»feiner rücksichtslosen Blindheit, das Mönchswescn und die Ausbil-dung der H.erarchie möglich machte; beide Hauptmomente in >h»>innigen Vermählung erzeugt n die wunderbare Erschein mg der am-terschast. Wie der. Deutsche von jeher als ein he-ligcs Recht «