Mittelalter
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krachtet, sich überall durch eigne Kraft selbst zu betten, wie er deß-wegen gegen richterlichen Zwang die ha-tnäckiaste Abneigung be-wahrt und darum in den Abendländern spät, n einigen nie, eineordentliche bürgerliche Verfassung sich ausbilden können, wie viel-mehr im Mittelaitcr jeder Gewaltige, der Obrigkeit zum Trotz,der Vortheile seiner Übermacht nach Gutdünken sich aebr, licht,vnd was seine Faust vermocht, für Recht geachtet, das haben wirin dem Artikel Landfrieden so vollständig, als der Raum es er-laubte, gezeigt, in dem Artikel Lehnswesen aber dargestellt, wiein jenen Zeiten des Kriegs Aller gegen Alle jeder, der se ne Si-cherheit bewahren wollte, e nes Schutzherrn, jeder, der eine gewisseMacht zu behaupten dachte, einer Menge Anhänger und Helfer be-durfte, wie daber die Lebens-verhältnisse bald über die Völker sichausbreiteten, und ein Surrogat der Staatsgewalt wurden, welchein jener Zeit nur dem Namen nach bestand, und das Mittelalter ae-wijjermaßen verschlief, um in der neuern Zeit desto furchtbarer auf-zuwachen, wie endlich während des Mittelalters der KaMpf der kö-niglichen (oberlehnsherrlichen) Macht gegen die Anmaßungen undRechte der Vasallen nach und nach die heutigen Formen unsererStaaten erzeugt. Die Meinung zum freiwilligen Hingeben aii einegeliebte Person oder Idee, die wir dort, als dem Lehnswesen förder-lich gewesen, vorstellten, steht keineswegs im Widerspruch mit derHauptveranlaffung desselben, der Sucht nach Ungebundenheit. Diesemachte das Lehnswesen nothwendig, jene möglich und wirklich. Eserfüllte die europäische» Staaten mit eurer unabsehbaren Menge rei-cher, und durch Heere von Vasallen mächt ger, oder durch gewaltigeLehnsherren gedeckter Länderbesitzer, die", zugleich stets gerüsteteKrieger, in ihrem Stolze kein Gesetz kannten,, als das sclbstge-schaffne der Ehre, und alle Nichtbegüterte, alle Nichtkrieger, als«ine verworfene, zum Dulden geschaffne Menschcnclasse verachte-ten, Sollte unter solchen d'ese Elaste wohnen können, ohne ihnenleibeigen zu werden, so mußte Bereinigung der Kräfte das Gegen-gewicht herstellen, das der Einzelne nicht halten mochte, und unterderen Schutz Gewerbfleiß und beweglicher Reichthum dem Länderbe-sitz sich gegenüberstellen. Diese Nothwendigkeit brachte die Städtehervor. Kieme Anbaue, anfangs unter dem Schutz und der vogtei-lichen Regierung derselben Gx fen, B ichöfe und Äbte, denen siespäter so furchtbar wurden, entstanden, erhoben sich besonders imiilen Jahrhundert durch Betriebsamkeit und Kunstfleiß zu einemWohlstand, der sie in den Stand setzte, die Freiheit bald zu er-kaufen, bald zu erzwingen. Sie blieoen dabei nicht stehen, son-dern begannen bald, kleine Statten im großen zu bilden, ja dieMeisten durften es wagen, Niemand als K sier und Reich (schondamals meistentberls nur lere N^men) über sich zu erkennen. Starkehahe Mauern, der damaligen Kriegskunst undurchdringliche Boll-werke, bewahrten, nebst der Lapse-keit rer Bürger, der Städtevreiheit und schieden sie von den Tyrannen des Landes; wohlge-ardnete bürgerliche Verfassung sicherte Ruhe und Wohlfahrt im In-dern, während Handel und Gewerbe diese Anstalten durch Anhäu-lung gediegenen Reichthums begründeten. Selbst biele von Adellockte der Wohlstand der Städte und die Bequemt chkeit, die siedarboten, sich darin niederzulassen, ja sie geizten darnach, in die-um Gemeinwesen obrigkeitliche Ämter zu bekleiden, und bald rissenb«, des Beschleus gewohnt, diese in vielen Städten allein »n sich,
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