Band 
Sechster Band. M und N.
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Z72 Mittclaiter i

So rief der Weist der Vereinzelung und des stolzen Selbstvertrauen! jseinen Gegensatz hervor, das System der Verbindungen und S-> ^

memwesen, die monarchische Richtung der neuern Zeck veraruafte ,selbst das kräftige Aufleben des alten Republikanismus, mit dem ! <

es lange gekämpft hat, ehe es ihn überwältigen mögen. Je loser j

in einem Lande die Staatsverbindung war, und je une.täglicher f

folglich der Übermuth der Großen, zu desto größer!» Flor, zu desto <

ansehnlicherer Macht sehn wir dessen Städte emporgeleihen, wie r

denn in Deutschland und Italien diese Republiken dem Kaiser j

selbst furchtbar wurden. In Aragonien war der dritte Stand scho» t

im zwölften Jahrhundert völlig ausgebildet, in England erzwänge» s

die Städte, mit den Baronen verbunden, schon 1215 die Magm i

Charta, und in Frankreich hoben sie sich dadurch, daß Ludwig der rDicke und leine Nachfolger, besonders, srx» Jahre nach ihm, W- gkipp der Schöne, ihrer Politik gemäß fanden, sie gegen die Große» , «

in Schutz zu nehmen und sich durch sie gegen diese zu starken. Lder d

nie gelangten doch die Städte dieser Länder zu der Macht der deut- s «schcn und italienischen. Was einzelne Städte nicht vermochren. dat l tward durch Verbindungen mehrerer bewirkt, dergleichen in Italien tder lombardiiche Bund, in Deutschland der hanseatische, rheinische j sund schwäbische (s. d. Art. Italien, Hanse und Landfriede») gals große furchtbare Mächte auftraten. Unter dem Schutze solcher s rMacht und hinter der Friedigung städtischer Mauern hatten alle s zKünste und Gewerbe und jede Art der Bildung des Geistes ei» ) lfröhliches Gedeihen, so daß zu jedwedem Schatze der Cultur, de» ^ gdie neuere Zeit den ihrigen nennt«, das städtische Wesen den Gr»»d ^ fgelegt hat. Die wichtigen Erfindungen, die wir jetzt hoch schätze», ' irühren am meisten von Bürgern jener kleinen Freistaaten her, oder tsind doch durch den Gewerbs. und Handelsgcist derselben veranlaßt. iMit Verfassungen, denen des Alterthums ähnlich, schftn auch desse» ,Geist wieder aufgelebt; alle Tugenden und alle Laster Athens und tSparta's und Roms, findet man besonders in den Freistaaten Zta- zliens wieder, wo auch das Clima dem der anderthalbtau end Jahtt ,früher untergegangenen gleich war; dieselbe Vaterlandsliebe, StreW lder Sitten und Tapferkeit, die nämlichen, nur noch heftigern Pa» rteikämpfe, Regicrungsverändcrungen und ehrgeizigen Ränke, söe» idie, nur anders gestattete, Liebe zu Künsten und Wissenschaft«. s

Aber auch diese Gemeinheiten blieben selbst im Innern von dm s

Einflüsse des lrctzigen Zeitgeistes, dem sie entgegenstrebten, nicht ,ganz frei, und konnten es, von so viele» Edelleuten angefüllt, jnicht bleiben. Das Überwiegen der Macht Einzelner, allen Fsiis >

staaten so gefährlich als leicht drohend, wurde durch diesen linst >

doppelt furchtbar, und nöthigte die schwächer» Bürger, in derselbe» l

Noth, die ihrer Vaterstadt die Entstehung gegeben, zu demsilde» >

Luskunftsmitkel; sie verbanden sich zusammen zu Bewahrung iftsi >Rechte. Dergleichen Gesellschaften, die gewöhnlich von Leuten En lnes Gewerbes eingegangen wurden, und neben der Sicherheit nah l

außen auch Erhaltung der innern Ordnung in jener regellose» >

bändigen Zeit zum zweiten Hauptzweck hatten, nannte man G>l< I

den, oder Zur 'te (arri), und sie wurden durch Zunftmeister ,

treten. Die strengste Verfassung schien damals zu Erreichung st"" >Zwecke nothwendig. Nur durch Aushalten gewisser Lehrjahre u»> fFortrücken durch gewisse Grade konnte man Aunttgsied, mit ee« jRecht, dat Gewerbe der Zunft auszuüben, werden; doch erkauf«" >