Band 
Sechster Band. M und N.
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Mittelalter

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bensansichten geleitet. Daher sehen wir, vorn raten Jahrhundertan, zuerst unter den Rittern liebliche Dichter auftreten, und zwarin so großer Menge, daß man zu bekennen gedrungen wird, in ei-ner poetischen Zeit sey jeder sinnige und stetige Mensch ein Dichter.3m südlichen Frankreich, wo das Ritterwe^en sich zuerst ausbildete,zeigten sich auch die ersten Funken der modernen Poesie; die pro-vengalischen Troubadours, die zumeist an dem galanten Hofedir Berengare zu Toulouse sangen, sind ihre Väter. Wald sangenihnen die französischen Trouveres ( mbiietriers) und diedeutschen Minnesinger in ihren Muttersprachen nach, die Ita-liener anfangs, aus Mißtrauen gegen ihre linZua vulgär«, in derpioven«;alischen, und die Engländer, aus gleichem Grunde, in derfranzösische» Sprache. Aber bald bildeten auch bei diesen die Min-strels eine Nationalpoesie, und die Italiener gewannen etwas spä-ter, seit der g oße Dante die toscanische Mundart zu Ehren ge-bracht, durch weitere Ausbildung derselben und Feststellung der For-men für die moderne Poesie in dieser vor allen Nationen den Vor-trug, und durch Petrarca und Boccaccio, zumeist aber durch deneinzigen Dante selbst, den höchsten poetischen Ruhm. In Spanienwar die catalonische Poesie eins mit der provenyalischen, die casti-lische aber und die portugiesische mehr von den Arabern entlehnt.A» den Höfen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens widmetenbu ritterlichen Dichter, und unter ihnen die Fürsten selbst dieMuß« von Waffenthaten einer Dichtkunst, die hier von der zarte-ste» Galanterie, dort von der glühendsten Liebe ausging, und inbesten ihr eigentliches Wesen hatte. Daher dichteten, setzten undsangen jene Lyriker (denn, wie die alten, vereinigten auch sie diesedrei Kunstthätigkeiten, die nur Unvermögen, zum Nachtheil derKunst, trennen gelehrt hat) in ihren süßen Liedern nichts als vonLiebe und wieder von Liebe und von des liebeweckendcn FrühlingsHerrlichkeit. Neben dieser lyrischen Poesie bildete sich auch die epi-sche, die, bei jeder poetischen Nation das dichterische Streben be-ginnt und ihm Festigkeit und Mittelpunkt gibt, wunderbar schön,und groß in Kraft ünd Umfang, aus. In Vielem erinnern ihreWerke an die Epopeen der Griechen; aber das Ahnungsvolle, dasGeheimnißreiche, wovon sie durchdrungen sind, berechtigt uns, dieseEpik unter dem Namen der Romantik von der alten zu unter-scheiden und ihr gewissermaßen entgegenzusetzen. Drei Fabelkrcises>»d es, in welchen die episch-romantischen Dichtungen des Mittel-alters hauptsächlich sich bewegen, und die in ihrer Reichhaltigkeit'wer sehr großen Menge noch vorhandener und einer nicht gerin-gern Verlorner Gedichte den Stoff gegeben haben, Nur Italien»neb ihnen fremd; denn diesem galt für Alles sein großer Dante,ber hoch über und weit außer allem diesen steht, so sehr auch seineAchtung auf Liebe und Andacht dem allgemeinen Charakter jenerseit entspricht. Der erste, und der echt deutsche, unter jenen Fa-belkreisen ist der der Nibelungen, und was von Siegfried, Etzel,Meirich von Bern, Dtnit, Hug-und Wolfdietrich und andren Hel-b"l aus den Zeiten der Völkerwanderung dazu gehört. Diesem zu-aachst stehen die gleich alten Fabeln vorn brittischen König Artus,nner Tafelrunde und dem heiligen Graal, die nach alten britti-Abn oder kymrischen Sagen in Frankreich besungen und von deut-M. Dichtern nachgesungen wurden, und wohin Liturel, Parzifal,^blsian, Jvain, Lohengrin, .Eawain, Daniel von Blumentha!,