Moll Möllendorf 397
«nd Leidenschaften nicht überladen werden können. Meliere ist einSchriftsteller für gereifte Männer und Greise. Ihre Erfahrrmgbegegnet sich mit seinen Beobachtungen, und ihr Gedächtniß mitseinem Genie. . . Man beklagt, daß nicht mehr in Moliere's Ge-schmack gearbeitet wird. Ich denke, man hat wohl gethan, andreGattungen zu versuchen. Das Feld auf welchem er erntete, istminder groß, als man sich einbildet." — In seinen häuslichenWerhältniffenj war Moliere nicht ganz glücklich; er, der sich aufder Bühne über die menschlichen Schwächen lustig machte, konntesich vor seiner eignen Schwäche nicht bewahren. Eine heftigeLiebe bewog ihn, sich mit der Tochter der Schauspielerin Bejartzu verheicathen, und dadurch zog er den Spott, den er so oftauf hintergangne Ehemänner geworfen hatte, auf sich setbst.Glücklicher war er in dem Umgänge mit seinen Freunden und mitden Großen. Der Marschall Bironne, der große Conde, LudwigXIV- selbst lebten mit ihm in jener Vertraulichkeit, die eben sosehr das Verdienst als die Geburt ehrt. Mit Racine, dessen Wohl-thäter er gewesen, veruneinigte er sich zwar später, aber beideachteten sich gegenseitig darum nicht weniger.. Als Schauspielerwar Moliere in den hochkomischen Rollen, wie Arnslphe, Orgon,Harpayon u. s. w., unübertrefflich. Bret hat 1773 seine Werkezu Paris in ü Bänden 8. Mit interessanten Commentaren her-ausgegeben.
Moll, weich, bezeichnet theils die Tonarten, die von ihrenGnmdtönen durch die kleine Terze aufwärts steigen, und Moll-tonarten genannt werden, theils auch die Dreiklängc mit der klei-nen Terze, die man weiche Dreiklänge, zuweilen auch Moliiac-corde nennt.
Mvlla, eine geistliche Würde bei den Türken. Der Mollahat die bürgerliche und peinliche Gerichtsbarkeit in den Städtenund ganzen Districten zu verwalten, und ist Oberrichter im Ge-gensatz des Kadi's oder Unterrichters. Über den Molla's sind nochdie Kadileskier, oder die obersten Justizbeamten im Reiche, welcheauch im Divan sitzen-
Möllendorf (Wichard Joachim Heinrich von), königlich preu-ßischer Generalfeldmarschall, geb. 1721 zu Lindenberg in der Prignitz,einem Gute seines Bakers, der die Grelle eines königlichen Deichhaupt-manns in dieser Provinz bekleidete- Er besuchte die Ritterakademieju Brandenburg bis zum Jahre 17AY. Im Jahre 1740 nahm ahnAonig Friedrich II. als Page an, uud er begleitete den Monarchenm> ersten schlesischen Feldzuge, in welchem er den Schlachten beiMolwitz und Chotusitz beiwohnte. Im Jahre 174z wurde er Fächn-uch beim ersten Bataillon Leibgarde; 1744 war er Flügeladjutantdes Königs und es fehlte ihm hier nicht an Gelegenheit, sue'nelliwvour und seine Talente dem Monarchen bemerklich zu machen,''Der lunge Möllendorf, Adjutant Sr. Majestät des Königs,"logt Friedrich im zweiten Theile der Geschichte seiner Zeit, „erhieltunter sehr schwierigen Umständen den Befehl, mit zoo Mann Jnfan-urie einen großen Pcovianttransport zu escortiren, den Franklini,«er von allen österreichische» Offizieren die genauste Kenntniß derAege, die von Böhmen nach Schlesien führen, besaß, mit 4000 Man»Mnduren zwischen Ehatzlar und Lrautenau angriff. Möllendorf
- ^ Angriffe des Feindes aus und bemächtigte sich eines Kirch»v»fes, her das Defile beherrschte, Bon hier aus beschützte er- die