Band 
Sechster Band. M und N.
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402
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402 Monaden

len der Menschen und Gott. Weil aber alle diele Dinge -n binGraden der vorstellenden Kräfte verschieden seyn können, die Vor-stellungen aber entweder klar oder dunkel, deutlich oder undeutlichsind, lo lassen sich die Arten dieser Dinge, die eine Kraft haben, sichdie Welt vorzustellen, auf folgende Weise unterscheiden. Die ersteArt ist diejenige, die sich die Welt dunkel vorstellt, dergestalt, daßin dieser Borstellung nichts einzelnes unterschieden werden kann.Und diese haben den geringsten Grad der Vollkommenheit; sie sindsich ihrer nicht bewußt und haben kesne Empfindungen noch andere'Gedanken. Da nun bei uns der Schlaf ein Zustand der dunkelnVorstellungen ist, so sind diese Dinge in einem beständigen Schlafe.Die zweite Art besteht aus solchen einfachen Dingen, die sich dieWelt klar aber undeutlich vorstellen. Dergleichen sind nach Leibm'tzdie Seelen der Thiere. Die dritte Art sind solche, welche sich dieWelt klar und deutlich vorstellen, wie die Seelen der Menschen.Bon der vierten Gattung sagt Wolf: Wenn nun der Zustand allerWelt auf einmal deutlich vorgestellt wird, sowohl dem Raume allder Ie:t nach, so hat der Geist den allervollkommensten Grad, welchermöglich ist; und demnach ist er auch der allervollkommenste Geist.-In der Folge behielt man zwar den leibnitzischen Beweis von derRealität der -Monaden bei, in so fern man schloß, da es zusammen-gesstzte Dinge gibt, muß es auch einfache oder Monaden geben, wie-wohl er auch durch eine unendliche Theilung der Körper bestellte»wurde; aber man nahm besonders die Eigenschaften der Monade»,wie nicht weniger ihre Bewegung, Veränderung und Einwirkungin einander in Anspruch. Man sagte: wenn sie keine Ausdehnung,Größe, Figur u. s. w. habe», so sind sie ja für uns so gut wienichts, mathematische Punkte. Und wie mögen Elemente,die keine Größe, Figur und Ausdehnung haben, durch ihre Zusam-mensetzung Körper geben, welche Ausdehnung und Größe besitze»?Was eine Sache für sich nicht hat, kann sie durch die bloße Zusam-mensetzung auch andern nicht geben. Wie können die Monaden, dasie kerne Seiten, keine Theile, Größe und Figur haben, einandrrberühren, damit zusammengesetzte Dinge daraus werden, derenTheile zusammenhängen? Diesen Schwierigkeiten suchte man ausmancherlei Weise auszuweichen. . Einige machten einen Unterschiedzwischen metaphysischer und mathematischer Ausdeh-nung, und sprachen den Monaden nur die erstere ab, indem essich ja nicht Lenken lasse, daß eine Substanz existire, ohne einen ^Raum einzunehmen und mathematisch ausgedehnt zu seyn; in einem .solchen Raume ließen sich wenigstens Außentheile gedenken, m >denen auch vielleicht verschiedne Substanzen seyn konnten, obwohljetzt nicht sind. Oder man könnte sich die Monaden immerhin alsausgedehnt gedenke», nur nicht so, daß man einen oder einigeRealtheile von ihnen absondern wolle; sie wären genau Ein»und durch Absonderung eines Theils würde die ganze Monade ver-nichtet werden. Kant endlich endigte diesen Streit, indem er aufdie Amphibolie der Reflexionsbegriffe vom Innern und Äußer"aufmerksam machte. Diese Amphibolie entsteht überhaupt durchVerwechslung des empirischen Werstandesgebrauchs mit dem trans-cendentalen. Leibnitzens Monaden entstanden, indem er das 3""""der Körper suchte, und nachdem er dies in dem Einfachen, al»der Grundlage alles Innern, gefunden zu haben glaubte, dieses Z"-nere bloß im Verhältniß auf den Verstand vorstellte. Das Innere