406 Mönchswcftn
letztgenannten berühmten Manne, obwohl er in Hinsicht seiner Msi- !
nungen mit ihm in stetem Widersprüche lebte, eine so große Übn- >
lichkeit, daß der bekannte Schauspieler Foote, der zu seiner Zeit in !
dem unbestrittenen Besitz des Ruhmes war, sehr treffende und -
witzige Bergleichungen zu machen, ihn nur eine elzevirische Ausgabe i
des Johnson zu nennen pflegte. Unter den Sätzen, die er behaux- 1
tcts, befand sich auch dieser, daß das Daseyn eines jeden Dinges <
möglich sey, mit Einem Worte, daß Alles, was in xos 5 « ist, auch >
in ee«o gefunden werden könne. Johnson äußerte einst in einem , !
Cirkel gelehrter Freunde, er wolle darüber nicht streiten; er hätte <
es nicht für möglich gehalten, einen Monboddo zu finden, undgleichwohl sey er da. Ein so großer Antagonist Johnson übrigens i
von des Lords Sätzen war, ließ er sich doch auf seiner Reise, die . ler im I. 1774 nach den östlichen Inseln unternahm, bereden, einen j
Besuch bei demselben abzustatten, und schied mit einer vorthcilhaf- l
ten Meinung von ihm. Er erwähnt dieses Besuchs in seiner Reise- i
beschreibung mit den wenigen Worten, daß die Gesellschaft des z
Lords eine hinreichende Schadloshaltung auch für einen weitem >Umweg gewesen seyn würde, als er, um bei ihm vorzusprechen, lgemacht hätte. III. !
Mönchswesen findet man schon in der vorchristlichen Zeit. cDie Neigung zum einsamen Leben entstand mit den Verderbnissen <des gesellschaftlichen. Beffergesinnte, die sich dem Kampfe gegen !diese Verderbnisse nicht gewachsen fühlten, suchten in der Einsam- rkeit einen Schutz gegen das andringende Böse. Ob Henoch, der i
Repräsentant der sechsten Generation nach Adam, weil er ein göttlich s
Leben führte, nicht der erste Einsiedler gewesen sey, konnten nur >
Mönchs sragerch aber gewiß lag in dem stillen, zur Unthätigkeit und l
Contemplation geneigten Sinne, den man noch jetzt bei den Hindus i
bemerkt, schon unter den frühesten Bewohnern des südlichen Asiens der 1
Keim jener ältesten orientalischen Philosophie, deren Tendenz zum >
beschaulichen, aus den Fesseln des Körpers und der Sinnlichkeit zum >
Idealen aufstrebenden Leben dem Zurückziehen von der Welt den <
Reiz einer besondern Weihe und Heiligkeit gab. Dazu kam dieMeinung, daß man für frühere Vergehungen am besten durch Ent- >
behrung aller Lebensfreuden und alles Umgangs mit Mensche" t
büßen, und nach einer alten, im ganzen Orient verbreiteten Idee die >
Gottheit versöhnen könne. Anachoreten, Eremiten, büßend« Heiligelind Mönche zeigen sich daher schon im vorchristlichen asiatische"Alterthume (vergl. d. Art. Gymnosophisten), und jetzt sind dieLänder, die sich zu den Religionen des Brama, Fo, Lama und M-homet bekennen, voll Fakirs und Santons, Lanirs oderSongessen, Talapoinen, Bonzen und Derwische, derenSchwärmereien und unsinnige Büßungen mehr heilige Schauspiele undMittel des Betruges als Früchte der Frömmigkeit sind. Auch das altehebräische Volk hatte solche Gottgeweihte in seinen Rasiräern,denen Moses besondre Rechte zugestand, und das Leben der Essa"sind Therapeuten, die um die Zeiten Jesu in PalästinaÄgypten blähten, war ganz nach der Idee von Absonderung aus derWelt, und von klösterlicher Zucht und Frömmigkeit geformt, d>°man spater in der bessern Periode des christlichen Mönchsweseiisobwalten sieht. Denn unter den Christen, deren Religion'an Mschon die Gegensätze des Körperlichen und Geistigen scharf bestimm,
Und überdies seit dem stten Jahrhundert mit gnostischen und neupt