Band 
Sechster Band. M und N.
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Moncrif 407

tonischen Ideen von Entkörperung und Erhebung über die Sinnen-welt geschwängert wurde (vergl. d. Art. Heilige), fing das einsameLeben schon im 4ten Jahrhundert an, Beifall zu finden und seit demzten Jahrhundert tritt das Mönchswesen als ein kirchliches Instituthervor, das sich in mannichsaltigen Ramificationen ausbildete undbis ins i?te Jahrhundert an Einfluß auf Cultur und Sitten undan politischer Geltung gewachsen ist. Die nähern Notizen über dieEntstehung, Ausbreitung, Ökonomie und welthistorischen Bedeutungdes christlichen Mönchswesen findet man in den Art, Klöster undgeistliche Orden. D-

Moncrif (Fran<;ois-Augustin Paradis de), geheimer Se-cretär des Grafen von Clermonl, Vorleser der Königin, Mitgliedder Akademien zu Paris, Nancy und Berlin, war 1687 zu Parisgeboren und starb 1770. Ein scharfsinniger Geist, eine einnehmendeBildung, eine sanfte und gleiche Gemüthsart, verbunden mit derGabe, gut zu lesen, angenehm zu fingen und leicht ein Madrigalzu dichten, erwarben ihm früh eine Menge von Freunden. Erwußte sich nicht nur die Zuneigung, sondern auch die Achtung derGroben zu erwerben, indem er den Stolz, der ihre Eigenliebekränkte, eben so wohl als ein kriechendes Betragen, welches Ver-achtung erzeugt, zu vermeiden wußte. Ludwig XV. gab ihm dieErlaubniß, am Hofe zu erscheinen, die er Voltaire, dessen schnei-denden Blick er fürchtete, versagte. Der König scherzte zuweilenmit ihm. „Wissen Sie," sagte er einst zu ihm, „daß man Ihnenachtzig Jahre gibt?" — „Stre," antwortete Moncrif, der nichtgern alt sein wollte, „das mag seyn, aber ich nehme sie nicht." We-nige Menschen waren so dienstfertig und gaben so gern, wie Moncrif.Er ernährte und erzog seine armen Verwandten, ohne sich ihrer jezu schämen. Die vorzüglichsten seiner Werke sind: 1. Lssni ^ur In»ecorsitö er sur los rnoz'ous üe plnirs, eine angenehme, nicht UN-verdienstliche Anleitung in der Kunst, in der Gesellschaft zu gefallen,wiewchl dÄlembert ihn nicht mit Unrecht tadelt, daß er in einSystem habe bringen wollen, was allein die Natur lehren kann.Auch gefiel Moncrif selbst keineswegs Allen. Der Dichter Roimochte ihn nicht leiden, und als sich Moncrif einst mit dem Grafenvon Clermontj dessen Secretär er war, veruneinigt hatte, verfer-tigte er folgendes Epigramm auf ihn:

Oxxrobre äu oorxs lirtersire,

IVlaussLäe arrtenr äe 1'srr äe xlrire,

l'u. i»'en es xL8 » 1'alpltader;

Moncrif fand den Scherz nicht eben angenehm, und als er demDichter Roi einmal auf der Straße begegnete, bewillkommnete ershn mit seinem Stock. Roi ergriff die Flucht, Moncrif aber folgtewm und sein Stock schlug selten fehl. Roi, der sich erinnerte, daßMoncrif eine Erzählung von Katzen geschrieben hatte, die immerlaufen und immer geschlagen werden, rief ihm von Zeit zu Zeit zu:"tro (ls Velours, lniuer, pnlts <i« Velours; wodurch aber jenerwahrscheinlich angereizt wurde, nur noch derber zu schlagen; 2. OesUwes rivsles, ein angenehmer kleiner Roman; Z. Os» Lbclöiice».t>n mittelmäßiges Lustspiel; 4. koesios diverses, unter welchenMan die Romanzen und die Erzählung, Lajeuirirsoment iuurilv.