Mondsüchtig Monge 411
und also der Neumond von neuem beginnt. Bon der Zeit des Voll-mondes bis zum Neumonde heißt er der abnehmende Mond;der Neumond und das letzte Viertel werden auch Syzygien,und die ganze Erscheinung der Mondwechsel genannt. Sowohlvor als nach dem Neumond sehen wir auch mit blaffen Augen dendunkeln Theil der Mondscheibe durch ein bloßes Licht erleuchtet.Dieses rührt von der Erleuchtung der Erde her; denn gerade, wennes am deutlichsten in die Augen fällt, ist bei uns die Sonne desNachmittags noch nicht unter- und des Bormittags längst aufge-gangen; daher den Mondbcwohncrn dann unsre Erde als erleuchtete14 Mal größere Scheibe am Himmel erscheint, als der Mond sich unsdarstellt.
Mondsüchtig nennt man solche Personen, die, gewöhnlichmit eintretendem bestimmten Wechsel des Mondes, im Schlafe auf-stehn, gleichsam als in einem lebhaften Traume herumwandeln,und verschied»; Berrichtungen vornehmen, als wenn sie wirklichwachten. Ihre Augen sind dabei meistens verschlossen, jedoch dermanchen auch offen; dessen ungeachtet sehen sie nicht damit, wie mandurch mancherlei Versuche bestimmt weiß. Man hat Beispiele, daßein solcher Mondsüchtiger oder Nachtwandler des Nachts aufgestan-den, in jdie Schenke gegangen ist, dort getrunken und ordentlichbezahlt hat, dann wieder nach Hause gegangen ist und sichzu Bette gelegt hat; alles mit immer verschloßnen Augen. Anderesind auf gefährliche Höhen, z. B. zum Fenster hinaus auf das Dach,gestiegen, wo wachend kein Mensch hinkommen konnte, und sindglücklich wieder zurückgekommen. Wenn Nachtwandler auf gefähr-lichen Wegen wandern, soll man sie nicht mit Gewalt oder durchAnrufen ihres Namens wecken, weil sie dann leicht in der erstenBestürzung unglücklich seyn können. Doch soll man ihnen, wenn siesich schlafen gelegt haben, ein mit Wasser benetztes Luch vor dasBette legen, um ihnen das Nachtwandeln abzugewöhnen, indem sie,sobald sie beim Heraussteigen auf das Tuch treten, zur Besinnungkommen, und ins Bette zurückgehen. Diese Mondsucht hat ihrenGrund in einer krankhaften Beschaffenheit des Nervensystems, ver-möge welcher ein natürliches, wahrscheinlich vom Einfluß des Mon-des entwickeltes magnetisches Schlaswachen eintritt. S. d. ArtikelMagnetismus. II.
Monge (G.), vormals Mitglied der französischen Akademieder Wissenschaften, nachher des Instituts, Examinator der Zöglingevon der Marine für die Mathematik. Sein Patriotismus, vor-i nehmlich aber die Empfehlung Condorcets erhoben ihn den inten> August 1792 zum Marineminister; zu gleicher Zeit bevollmächtigteMan ihn, das Ministerium des Kriegs bis zur Ankunft Servans zuverwalten, und in dieser Eigenschaft unterzeichnete er den lytenJanuar 179z den Befehl zur Hinrichtung Ludwigs XVI. Den i2ten«ebruar nahm er seine Entlassung, allein den i7ten wählte ihn derKonvent wieder, und Monge bekleidete diese Stelle bis zum rotenApril, wo er sich auf eine entschiedne Weise mit der Erklärungk»ruckzsg, daß er sich diesem Posten nicht gewachsen fühlte. Docherschien er fortwährend in dem Jacobinerclubb und ward daselbstSecretär und Präsident desselben. Aber auch mitten in denAuftischen Unruhen vernachlässigte er die Wissenschaften nicht. Evwurde Professor der Geometrie an der Rormalschule, und im Julivßü ernannte ihn das Directorium zu einem der sechs Commissäre,