Monogamie Monolog 417
Monogamie, s. Polygamie.
Monogramm (si»»rrn>, I,>-»,»» propri'a, clilkrs, Namens-zug, Handzeichen) ist, im eigentliche» diplomatischen Sinne ge-nommen, eine Figur, welche alle (oder auch nur einige) einzelneBuchstaben eines oder mehrerer, den Namen, Titel rd. bezeichnen-der Worte, in verschiedner Ordnung gestellt, ausdrückt. Sie wur-den aus Münzen, Fahnen, Wanden und Tapeten, Siegeln und in^ Urkunden angebracht, von welchen vcrsch ebnen Arten des Gebrauchsder auf Münzen der älteste, und der in Urkunden, in welchen sichnicht nur geistliche und weltliche Fürsten, sondern auch Mazistrats-personen und Notare ihrer bedienten, der jüngste war. Das erstebis jetzt bekannte Monogramm in Urkunden ist vom ostrogothischeirKönig Theodorich (493-526); ihr beständiger Gebrauch aber wurdeerst durch Carls des Großen Beispiel, der sich ihrer stets bedienteund ihnen eine schönere Gestalt gab, eingeführt, und erhielt sich inallen den Ländern, welche zum ehemaligen großen Frankenreiche ge-hört hatten, mehrere Jahrhundert, bis er vom i2ten Jahrhundertan wegen des veränderten Geschäftsgangs abkam. Am längsten er-hielt er sich in Deutschland, wo er erst 1495 auf dem Reichstage zuWorms förmlich abgeschafft wurde. Die Lehre von den Monogram-men dieser Art ist für die Erklärung und Kritik der Denkmäler undUrkunden des Mitlelalters von der grdßren Wichtigkeit, und bildetdaher einen besondern Theil der Diplomatik. Späterhin hat mandieses Wort auch auf alle und jede Namenschiffern, Züge und son-stige Zeichen, mit welchen Künstler, vorzüglich Mahler und Kupfer-stecher, ihre Arbeiten bezeichnet haben, übergetragen. Eine sehrschätzbare, wiewohl bei weitem noch nicht vollständige, Sammlung,
, Abbildung und Erklärung der letzter« findet sich in Joh. Friedr.
> Christs Anzeige und Auslegung der Monogrammatum rc. Leipzig
1747,8. A-->.
Monolog heißt in der Schauspielkunst diejenige Rede, welche! «in Schauspieler für sich selbst spricht, und ist dem Dialoge, in! welchem sich mehrere Personen unterreden, entgegengesetzt. Da es
> >» den Dramen Situationen geben kann, wo die handelnden Per-! sane» diejenigen Gedanken, welche sie unter sich selbst nicht äußern
dürfen, dennoch zu erkennen geben müssen, um einen nothwendß-Sch Zusammenhang in die Begebenheiten zu bringen; so haben sichDramatiker in der Nothwendigkeit gesehen, die Monologe zu. «finden, um auf diese Weise das Stück und die Zuschauer! Verständlichkeit mit einander zu setzen. So lange in unsrer iffsthe-
> m noch diejenige Kritik vorherrschend war, welche sich die eigent-
> »ch materielle, quantitative Wahrscheinlichkeit zum Gesetz gemachtMte, war man geneigt, den Monologen, an sich selbst und imganzen genommen, ungehört den Stab zu brechen, ob man gleich
umhin konnte, diesen oder jenen berühmten Monologen, w e^ B. dem im Hamlet, nothgedrungen seinen Beifall zu schenken.
war nämlich nichts Ungewöhnliches, jene Kritiker der Verwer-lUiig der Monologe von dem Grundsätze ausgehn zu sehn, daß»Ulriarid im wirklichen Leben geneigt seyn dürfte, eine fortgesetzte^lange Unterredung mit sich selbst zu halten, und daß nur derOchste Grad von Leidenschaftlichkeit im Stande wäre, gleichsam ausÜbermaße der Empfindungen ein Paar Worte unbewußt aus2 'übst hervorzustoßen. Dabei haben nun jene Kritiker allerdingsbedacht, daß es doch wahrlich der Natur ihr Recht nicht neh-e°°«. k-z. (N. VI- -7