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aber des Polytheismus richtete sich nach der Verschiedenheit der Na-turanschauung und des Charakters der Rationen. Aber auch in die-sen Verirrungen konnte die Wahrheit nicht ganz verschwinden. Spu-ren derselben erblicken wir in den oben angeführten Thatsachen, inder Aufrichtung der Altäre für unbekannte Götter, in den von demVolksglauben abweichenden Lehren der heidnischen Philosophen, z. B.eines Plato, und vieler spätern Platomker, des ägyptischen Philo,sophen Psammon, der, nach Plutarch im Leben des Alexander, diemit dem Christenthum ganz übereinstimmende Lehre vortrug, daßGott der allgemeine Vater aller Menschen sey, der sich die bessernderselben zu seinen Kindern wähle. Aber noch leuchtendere Spurenfinden wir in der Geschichte der Hebräer, welche trotz mannichfalti-ger Verirrungen, zu welchen sie durch das umgebende Heidcnthumhauptsächlich veranlaßt worden, dennoch die Überlieferung von demeinzigen Gölte, dem Schöpfer Himmels und der Erde, aufzube-wahren bestimmt waren, bis sich aus ihrer noch etwas engherzigenAnsicht von dem Jehovah, den sie größtentheils nur als Stam-mesgott des erkornen Volkes betrachteten und verehrten, der rei-nere und umfassendere Monotheismus des Christenthums ent-wickelte, welcher die herrschende Religionsansicht in der neuernWelt wurde. 7?.
Monotonie (aus dem Griechischen). Unter diesem Worteversteht man eigentlich die Einförmigkeit des Tons in der mündli-chen Rede, oder den Mangel an Modulation der Stimme, welchenach der Verschiedenheit der Gegenstände und der Affecte verschiedenseyn muß. Dieser Fehler findet sich bei Individuen wie bei ganzenNationen, und ist gewöhnlich eine Folge der Unbiegsamkeit derEprachorgane, oder eines Mangels an Lebhaftigkeit des Gefühls»So wirst man Individuen und ganzen Völkern Monotonie vor,wenn man sagt, daß sie in einem singenden oder schneidenden odergezogenen und geraden Tone reden. Wenn die Monotonie in die-ser Bedeutung schon in der gewöhnlichen mündlichen Rede eine un-angenehme Erscheinung ist, so ist sie ein noch weit auffallendererund widrigerer Fehler in der eigentlichen mündlichen Beredsam-keit. Unter den politischen, gerichtlichen, geistlichen Rednern,Schauspielern und Declamatoren fallen die Kanzelredner bekanntlich beiuns am häufigsten in den Fehler der Monotonie. In Frankreich ver-spottete man vor der Revolution deßhalb sehr häufig die Parla-ments-Advocaten, denen man eine gewisse conventionelle Monoto-nie in ihrem mündlichen Ausdrucke vorwarf. Dieser Fehler fälltam meisten auf, wenn er sich in der Einförmigkeit der Sinne beimSchlußfall der Perioden zeigt. Eine eigne Erscheinung ist es, daßalle Kinder in ihren ersten Leseübunge» sich gleichsam von Naturzur Monotonie hinneigen. — In einer andern hiervon abstrahirten,Ulcht mehr physischen, sondern geistigen Bedeutung bezeichnet maltmit dem Worte Monotonie in den schönen Künsten und Wissen-schaften eine gewisse Einförmigkeit der Manier, die sich in derBehandlung der Gegenstände offenbart. Auch in diesem Sinn hatman sowohl ganzen Rationen als einzelnen Künstlern und Schrift-stellern Monotonie vorgeworfen. Im Grunde gibt es äußerst we-Mge Schriftsteller, welche nicht dieser Dorwurf träfe, indem äußerstwenige jene Vielseitigkeit — nicht etwa der Kenntnisse oder Ta-Ak'.denn diese Art der Vielseitigkeit ist häufig — sondern jene"telseitigkjstt deß Genieß besitzen, mir der man allein eine gewisse