Monstranz Montague 42 z
Monstranz, das Gefäß von Gold, Silber oder anderm Me-tall, wohl auch mit Edelsteinen besetzt, in welchem bei den Eatho.liken die geweihte Hostie aufbewahrt, und welches in dem Taber-nakel des großen Altars verschlossen wird. (K. Messe.)
Montagne (Marie Worthlcy), die älteste Tochter Evelyns,Herzogs von Kingston, war im Jahr i6yc> zu Pierre-Pont gebo-ren, erhielt eine classische Erziehung und erlernte sehr jung dasGriechische, lateinische und Französische. Im Jahr 1712 vermählt»sie sich mit Lord Eduard Worthlcy und folgte ihm nach Constanti-noxel, wohin er als Gesandter ging. Während einer Abwesenheitihres Gemahls kam sie auf den Einfall, sich in den Harem des Groß-herrn einführen zu lassen; sie erhielt diese Gunst unter der Bedin-gung, daß Achmet lil. sie als Favoritsultanin behandelte. Sicht-bare Zeichen verriethen bald dem Lord Worthlcy ihre Unbesonnenheit.Der bisherigen Eintracht zwischen beiden Gatten folgte gegenseitig?Abneigung. I» Constantinopcl hatte sie ihrem dreijährigen Sohne,dem nachmals so berühmten Sonderling Eduard Worthlcy Monta»gue, die Blattern einimpfen lassen; bei ihrer 1718 erfolgten Rück-kehr führte sie die Impfung in England ein, und wurde so eineWohlthäterin des Menschengeschlechts. Einige Zeit darauf erhieltsie von ihrem mißvergnügten Gemahl ein Jahrgeld von 5000 Pfundmit der Erlaubniß zu reisen. Sie besuchte Italien, wo sie größten»theils lebte, und kehrte von dort erst 1751 zurück. Sie starb 1762.Im I. 176z erschienen die Briefe, welche sie während ihres Aufent-halts in der Türkei und auf ihrer Reise dahin geschrieben hatte, inZ Bänden, wozu 7768 noch ein vierter Band kam. Diese interes-santen Briefe empfehlen sich durch Lebendigkeit der Darstellung undSchönheit des Stnls in einem hohen Grad«, und wurden bald indie meisten gebildeten lebenden Sprachen übersetzt. Die Glaubwür-digkeit ihres Inhalts ist jedoch von Einigen in Zweifel gezogenworden. Eine vollständige, sehr vermehrte Sammlung der Briefeund übrigen Werke der Lady Montague hat vor kurzem ihr Enkel,der Marquis Bute, herausgegeben. Sie führt den Titel: DI,s 1 s»wez LNÜ otlisr vvorti» ot tüs rigür Iionourabis I.SÜ7 IVIar^^vrrbl«^ IVkontLAus, novv sirsr piibliolisll froin I>er oriAinrli Ivsimscript», Iinüer tlrs Nirectioie ok tbs mast noiiko, rfts, blsiquis ot Dur« u. s. w. 5 Bände. Die alten Briefe nehme»darin kaum den dritten Theil ein. Die neuern, jetzt zuerst bekanntgemachten, sind von den Jahren 17ZY bis 1760 geschrieben. Überallverräth sich die Frau von gebildetem, und man kann sagen, männ-lichem Geiste, überall fällt sie scharfe und bestimmte Urtheile. Wiewenig es ihr an gelehrten Kenntnissen fehlte, beweisen die meiste»ihrer Briefe; nie aber prunkt sie damit. Daß der Umgang csnersolchen Frau gesucht wurde, ist wohl natürlich; sie stand auch wirk-lich mit den schönen Geistern ihrer Zeit, vorzüglich mit Pope, i»genauen Verhältnissen. Aber die anfängliche Freundschaft verwan-dte sich in bittre Feindschaft, wozu die eigentliche VeranlassungAcht genau bekannt ist. Wahrscheinlich lag ein Hauptgrund inPope's kleinlicher, sehr reizbaren Eitelkeit, und in der Verschieden-heit der politischen Meinungen. Übrigens enthält jene^ mit vielensacsimiles von den Handschriften berühmter Männer gezierte Aus-^ gäbe auch mehrere Briefe von Pope, die aber, so wie überhaupt
^ die Briefe dieses in andrer Hinsicht vorzüglichen Schriftstellers, tief
»nter denen der Montague stehn, welche die ihrigen gar nicht ei«»