Band 
Sechster Band. M und N.
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432 Montezuma

meinste Theilnahme, denn er wurde nicht nur wegen seines Geniesverehrt, sondern auch wegen seiner persönlichen Eigenschaften ge-liebt. Ob er gleich von Natur ökonomisch war, verstand er dochauch großmüthig zu seyn. Die wohlthätige Handlung, die er zuMarseille ausübte, indem er einem jungen Schiffer seine Börse gabund ins geheim eine Summe anwies, um den Vater des Unglück-lichen, der den Corsaren in die Hände gefallen war, loszukaufen,ist durch die Zeitungen bekannt geworden und hat zu dem Schau-spiele l.s küentair. anor.vnie Anlaß gegeben. Seine Sanftmuth,Heiterkeit und Artigkeit waren stets gle ch; seine Unt-rhaltung leicht,lehrreich und anziehend. Da er nie glänzen wollte und den gasco-nischen Dialect nicht abgelegt hatte, erschien er geistreicher in sei-nen Büchern als im Gespräch. — Man hat nach seinem Tode zuLondon eine Sammlung seiner Werke 1759 in Z Quartbänden her-ausgegeben; im I. 1788 erschien eine sehr gute Ausgabe in 5 Octav-bändcn, womit man den im Jahr 1798 erschienenen Band der Oeu-vres posrlriririe» verbinde" muß. Die vollständigsten Ausgaben sinddie basier von 1799 in 8 Bänden und die pariser von 1796 in Z Bän-den. Es finden sich in Montesquieu's Schriften einige Wetke,, vondenen wir noch nicht gesprochen haben, unter andern der Hpi« äsOniäe, eine Art von Gedicht in Prosa, das zwar bei seiner Erschei-nung Glück machte, im Grunde aber nur ein mit anmuthigen Zügendurchwehter Gemeinplatz ist. La Harpe's Kritik ist harr, aber gerecht.Eine Geschichte Ludwigs Xl., welche Montesquieu abgefaßt hatte,ging dadurch verloren, daß der Verfasser sie aus Irrthum verbrannte.Von seinen l.etrres kumilieros, welche 1767 erschienen, gewähren ei-nige eine interessante Lectüre.

Montezuma war der Kaiser von Mexiko, als Cortez im Jahr15x8 einen Einfall in sein Reich machte. Jene kriegerischen Thiere,auf welchen ein Theil der Spanier ritt, jener künstliche Donner, dersich unter ihren Händen bildete, und in weiter Entfernung tödtete,jene hölzernen Schlösser, welche sie über das Meer gebracht, das Ei-sen, worein sie gekleidet waren, alles dies waren den Mexikanern sounerhörte und unerklärliche Wunder, daß Cortez mit seinem kleinenHeer bis in die Stadt Mexiko vordrang, und daselbst von Montezu-ma als sein Gebieter, von den Einwohnern aber als ein Gott ausge-nommen wurde. Nach und nach entdeckte man jedoch die menschlicheNatur der Ankömmlinge. Montezuma, der sich ihrer nicht durch Ge-walt entledigen konnte, suchte sie durch Freundschaftsbezeigungen inMexiko sicher zu machen, während, er auf ihre Vernichtung sann.Eine Abtheilung der Spanier war zu Vera - Cruz. Ein Feldherr deSKaisers, der geheimen Befehl dazu hatte, griff sie an, und tödtete,obgleich er zurückgeschlagen wurde, z bis 4 Spanier. Der Kopfeines derselben wurde an Montezuma geschickt, um ihn unwider-sprechlich von der Sterblichkeit der Spanier zu überzeugen. Auf duNachricht davon eilte Cortez mit 50 Spaniern zu dem Kaiser, undbewog ihn durch Schmeicheleien und Drohungen sich in seine Woh-nung zu begeben. Er ließ ihn darauf in Fesseln werfen, und zwangihn, die Oberherrlichkeit Carls V. anzuerkennen. Zum Seichen sei-ner Unterwürfigkeit gab Montezuma einen Tribut von 600,000Mark reinen Goldes. Bald aber wurde er ein Opfer seiner Nach-giebigkeit. Die Mexikaner, empört über die Gefangenschaft ihresKaisers, machten einen Angriff auf Cortez Stellvertreter, Alvara-Mvntezuma wollte sich seinem Volke zeigen, um den Aufruhr zu

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