Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
439
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^ Montmorency (Henri II., Duc de) 439

bei Dreur im I. 1562 nahm er den Prinzen von Conde gefangen,und diente an diesem Tage Frankreich mit vielem Ruhme. Im I.iMZ wurde er Gouverneur von Languedoc und drei Jahre darauferhielt er den Marschallstab. Im I. 1567 wurde er in der Schlachtbei Saint-Denys gefangen. Da er bei der Königin Catharine vonMedicis in Ungnade gefallen war, suchte er eine Zuflucht bei demHerzog von Savoyen und stellte sich an die Spitze der Unzufriednen,welche Languedoc unter Heinrich III. zerfleischten. Er wurde dasHaupt der Politiker, wie man die mißvergnügten (Katholiken nannte,die unter dem Borwand, den Fortschritten der Ketzerei und den Miß-bräuchen der Regierung Einhalt zu thun, vom Hofe Ämter undPensionen zu erkalten "suchten. Montmorency verfuhr als Souve-rän in seinem Gouvernement; er entschied über Krieg und Friedenmit den Hugenotten. Äls Heinrich IV- auf den Thron gestiegenwar, unterwarf er sich, empfing das Eonnetableschwert und starbzu Agte 1Ü14. Berühmter ist sein Sohn,

Montmorency rHenri II-, Luc de), geboren izyg und inseinem achtzehnten Jahre zum Admiral von Frankreich ernannt.Nachdem er die Calvinisten in Languedoc geschlagen und ihnen ver-schleime feste Platze entrissen hatte, besiegte er sie zur See bei derInsel Re,' deren sie sich bemächtigt hatten und die er ihnen wiederabnahm. Im I. 1623 trug er einen bedeutenden Vortheil über denDuc de Rohan, Anführer der Hugenotten, davon. Als Montmo-rcncy einige Zeit darauf nach Piemont als Lieutenant-general ge-schickt worden, griff er die Spanier unter dem Fürsten Doris anund schlug sie, ob sie ihm gleich an Zahl überlegen waren, in dieFlucht. >, Ich habe aus der Geschichte meiner Vorfahren gelernt,"

> äußerte er einst, „daß das ruhmvollste Leben dasjenige ist, das miti dem Gewinn einer Schlacht endigt, und daß, da es nur von kurzer

> Dauer ist, der Mensch ihm so viel Glanz als möglich geben müßenl Diesem Sieg folgte die Aufhebung der Belagerung von Easal; sein^ Lohn war der Marschallstab. Sein Glück erhob seinen Muth, er

schmeichelte sich, der Gewalt Richelieu's Trotz bieten zu können.Gasto», Duc d'Orleans, gleich unzufrieden mit dem Cardinal,begab sich zu Montmorency nach Languedoc, und diese Provinzwurde der Schauplatz des Krieges. Der König schickte die Mar-schälle La Force und Schomberg gegen die Rebellen ab. Bei Castcl-! naudary trafen beide Parteien auf einander; Montmorency, derdie Seinigcn nicht gehörig fechten sah, stürzte sich mitten in die^ königlichen Bataillone, wurde geschlagen und gefangen genommen.

> Ganz Frankreich, das seiner Dienste, seiner Tugenden und seinerTriumphe gedachte, verlangte, daß die Strenge der Gesetze zu seine«Gunsten gemildert würde; aber Richelieu hatte unwiderruflich be-schlossen an dem schönsten, liebenswürdigsten, tapfersten und freigebigst««Manne von Frankreich ein Beispiel zu geben. Er ließ ihm vondun Parlament von Toulouse den Prozeß machen, »nd dieses vcr-urtheilte ihn zum Tode. Der König milderte das Urtheil dahin,daß die Hinrichtung nicht öffentlich geschehen sollte, und so geschahsie am zosten October 1ÜZ2 im Stadthause von Toulouse. Er littden Tod mit gefaßter Seele; kein Beichtvater Arnoux, der ihn aufdas Blutgerüste begleitete, gestand, daß diese Augenblicke ihm lehr-

- reicher gewesen wären, als alle Betrachtungen während seines gan-! zen Lebens.