Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
441
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Montroß Monvcl 44 r

süchtiges, noch in'ihrem Liter von jugendlicher Leidenschaft glühen-des Weib, sie sah in ihm einen unbescheidnen, untreuen, undankba-ren, wortbrüchigen Mann. Seine mit jedem Lage zunehmende Un-verschämtheit erbitterte die Prinzessin so sehr, daß sie ihm endlichverbot, wieder vor ihr zu erscheinen. Sie verlebte ihre letztenTage in der Zurückgezogrnheit und starb löyz, wenig bedauert undfast vergessen. Man hat von ihr Memoiren, die manche interessanteDetails enthalten und in einem ziemlich reinen Styl geschriebensind. Die vollständigste Ausgabe ist vom I. 1755 in 8 Bündchen,

In dieser Ausgabe ist ferner enthalten 1. Ein Ilsousil äe» lerrres äsLlsäomoisslls äs lVIoritpeiisisr L sXllsä. äs »lorrsviils; I,«»Amours äs ^llaäsinoieelis er äu comrs äs s.Liirun; Z. EineSammlung von Porträts, des Königs, der Königin und vielerandern'Personen vom Hofe; h.. Zwei Romane, I.a rsiarioir ässiilo imousinairs und I.» Uriliossss äs ?aj>Iila»oni.s-

Montroß oder Montrose (James Gcaham, Graf und Her-zog von), verdient wegen seiner Anhänglichkeit an seinen König,den unglücklichen Carl I. und seiner Vaterlandsliebe einen Platz indem Andenken der Nachwelt. Als Generalissimus und Vicckönigin Schottland focht er mit Nachdruck gegen die Rebellen diesesReichs. Er that sich in der Schlacht von Bork hervor, schlugCronnvell mehrere Mal und verwundete ihn mit eigner Hand. Dadas Glück ihn in England verlassen hatte, ging er nach Schott-land, brachte durch sein Geld und sein Ansehn ein Heer zusammen,nahm 1644 Perth und Abcrdeen, schlug den Grafen Argyle undmachte sich Meister von Edinburg. Als Carl seine Zuflucht zu denSchotten genommen und diese ihn auszuliefern beschlossen hatten, ,erhielt er den Befehl, die Waffen niederzulegen. Er gehorchte un-willig und überließ Schottland der Wuth der Parteien. AußerStand, in England zu nützen, ging er nach Frankreich und von danach Deutschland, wo er als Reichsmarschall seinen Muth an derSpitze von i2,oc>o Mann bewährte. Bald darauf rief Carl H,der einen Versuch auf Schottland machen wollte, ihn zurück, undschickte ihn mit einem Corps von 14- bis 15,000 Mann dahin ab.Montroß befehle die prcadischen Inseln und stieg mit 4000 Wannaus Land. Allein er wurde geschlagen und suchte sich als Bauerverkleidet zü verbergen. Der Hunger zwang ihn, sich einem Schot-ten, Namens Brimm, der einst unter ihm gedient haste, zu ent-decken, und dieser Elende lieferte ihn dem General Lesley aus, derihn nach Edinburg bringen, daselbst richten und zufolge des Urtheilsam nisten Mai 165» hängen und den Leichnam virrtheilcn ließ.Montroß zeigte sich eben so groß in diesem Unglück, als er sichgroß im Glück gezeigt harte. Das Urtheil besagte, daß seine Gliede?an die Thore der vier Hauptstädte angeheftet werden sollten. „Ichwollte," sagte er, „daß ich deren so viel hatte, daß man sie an dieThore aller Städte von Europa heften könnte, zum Zeichen meinerErgebenheit gegen meinen König."

Monvel (Bautet de), berühmt als Schauspieler und drqma-tischer Dichter, Mitglied der vierten Classe des Instituts, war>m I. 174Y zu Paris geboren; sein Vater war ein Schauspielerohne Ruf. Der junge Bontet betrat, durch «ine gute Erziehungnnd trefflichen Unterricht vorbereitet, unser dem Ngmxn Monves hieBuhne und fand den Beifall, den er verdiente. Er spielte seineRollen mit einer Wahrheit und Energie, welche die größten Wir-