Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
454
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434 Moreau (Jean Victor)

Er lehnte sie ab, und unterstützte den Plan, welchen Bonaparte ^am i8ten Brumaire ausführte. Bald aber mißfiel ihm der Geistder neuen Consularregrerung. Bonaparte übertrug ihm daher denBefehl über die Rheinarmee. Bon Earnot unterstützt, bildete sieMoreau aufs neue, und führte sie nach den gewonnenen Schlach-ten bei Engen den Zten Mai 1800, bei Möskirch den 5ten, bei Bi-berbach den yten Mai, und nach dem Treffen bei Memmingcnbis an den Lech, zwang den österreichischen ObergeneralKray, die feste Stellung bei Ulm zw verlassen, ging über die Do-nau und schlug ihn bei Hochstädt, Nördlingen und Ncuburg. Kray ,zog sich bis Jngolstadt zurück; Moreau aber drang bis Regensburgvor, und besetzte München und Feldkirch. Er kam dadurch in Ver-bindung mit der Armee von Italien, und nöthigte den Feind, in i

dem Waffenstillstand zu Parsdorf ihm Regensburg und den tyroler I

Paß Reutti zu übergeben. Er verlängerte hierauf denselben zu Ho- i

henlinden, den rosten September gegen die Einräumung von Phi-lippsburg, Ulm und Jngolstadt, auf 45 Tage. Nach der Aufkün-digung zog er von München gegen den Jnn, schlug die österreichi- ^sche Armee unter dem Erzherzog Johann bei Hssienlinden den ztenDecember, ging über den Jnn, die Salza und die Traun, drangbis zehn Meilen von Wien vor, und schloß auf den Antrag desErzherzogs Carl mit diesem einen Waffenstillstand zu Steycr denLfisten December, durch den er als Unterpfänder des abzuschließen-den Friedens die Festungen Würzburg, Braunau, Kufstein undEcharnitz erhielt. Er gipg hierauf snach Paris, zog sich aber nach /

dem lünevillcr Frieden von allen öffentlichen Geschäften zurück. ImGenusse seines Ruhegehalts, lebte er auf seinem Landgute Grosbvis ^bei Paris glücklich und anständig von einem rechtlich erworbenenVermögen. Seine Gemahlin, eine geborne Frank oder Hulot, und ,ein Sohn, einige Freunde und ländliche Beschäftigungen schloffenden Kreis, in welchem Moreau einfach, edel und liebenswürdig,mit Offenheit und Heiterkeit sich bewegte, ohne an Unternehmun-gen der Ehrsucht zu denken. Zwar behauptet der Verfasser derGeschichte der Philadelphen, Moreau habe an der Spitze einer schonim Jahr :8oo gebildeten geheimen Gesellschaft von Militärperso-nen , deren Zweck der Umsturz der Regierung Bonaparte's gewesen,gestanden; allein wenn auch diese vorhanden, und selbst Moreau'Nbekannt war, so ist es doch gewiß, daß er nichts that, was ihnverdächtig oder strafbar hätte machen können. ' In Paris sah erwöchentlich Frsunde bei sich. Im muntern Scherze erlaubte er sichauch wohlUspiclungcn auf des Oberconsuls Gnadenbezeigungen,und lehnte das Kreuz der Ehrenlegion ab, weil, wie er bemerkte,er schon seit zehn Jahren zu derselben gehöre; allein nur gegenBertraute, wie Garat, den er an einem dritten Orte sah, schütteteer sein Herz aus. Hier erklärte er sich über seine politischen Grund-sätze, nach welchen er, an sich republikanisch gesinnt, in FrankreichsVerhältnissen eine konstitutionelle Monarchie am zweckmäßigstenfand. Hier klagte er über Bonaparte's Lnrannci und über dasUnglück seines Vaterlandes; allein er verabscheute Bürgerkrieg undMeuchelmord; daher sprach er nie das Wort aus, das man so oftvon ihm verlangte: das Wort der allgemeinen Erhebung zum Sturzedes Unterdrückers. Lächelnd gab er damals Garat zur Antwort:wir taugcn nicht zu Verschwörungen; aber ich kenne «inen Verschwor