Band 
Sechster Band. M und N.
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I Moreau (Jean Mctor) 43?

ftt, die allgemeinste Theilnahme erregte, ihren Beifall. Als nunmn tzten Juni Moreau selbst mit dem edle» Gefühl seiner Unschuldund seines Verdienstes vor den Richtern sprach, als er sein ganzesLeben der Anklage entgegenstellte, und seine Unschuld vor dem An-gesichts des Himmels und der Menschen betheuerte, da wurden alleZuhörer hingerissen von Bewunderung, und viele ergriff der Vor-satz, ihn zu retten. Man drang des Nachts in sein Gefängniß, umihn mit Gewalt zu befreien. Er aber wollte nicht, daß für ihnauch nur ein Tropfen Bluts vergossen würde. DieBertheidigungs-rede, die Bonnet hielt, widerlegte jeden Schein des Verdachts) undbeschämte den Ankläger, Endlich ward nach achtzehnstündiger Be-rathung das Urtheil den inten Juni gesprochen, Won zwölf Rich-tern erklärten sieben den General Moreau für unschuldig und frei;fünf aber für schuldig. Allein der Präsident und der berichtsrftat-tende Jnstructionsrichter drangen gegen die Prozeßform auf dieFortsetzung der Berathschlagungen. Savary, Real und andre Bo-ten der Regierung gingen in der Nacht ab und zu, um den Rich-tern Napoleons Wille» anzuzeigen. Moreau durfte nicht losge-sprochen werden; der Kaiser wagte es aber nicht, bei der laute»Stimmung der Soldaten, Offiziere und des Volks von Paris, denedelsten Bürger Frankreichs als ein Opfer seines Hasses und seinerEifersucht zum Tode perurtheilen zu lassen. Die Richter wankten;airs politischen Gründen erklärte endlich der Wehrtheil, daß Mo-riäu, auch wenn er unschuldig wäre, um die Regierung nicht inGefahr zu setzen, als ein Opfer des Staats fallen müsse: sie ver-»rthe'lte» ihn zu zweijähriger Haft, um dadurch, wie sie sagten,sein Leben zu retten. Nu? tzecyurbe, der das Protokoll dieser merk-

> würdigen Sitzung bekannt gemacht hat, Rigoud und Damcuve be-harrten standhaft, im Gefühl ihrer Pflicht als Richter, bei ihrer

j ersten Abstimmung für Moreau's gänzliche Freisprechung. Sie wur-den in der Folge aus Paris verwiesen. Moreau unterwarf sichschweigend diesem Urtheil. Er begab sich allein, ohne Wache, un-ter dem Rufe des Volks: Keine Haft, Freiheit für Moreau! wäh-rend Alles seine Flucht zu begünstigen schien, in das Gefängniß zu-

> rück, Georges ward zum Tode verurtheilt. Rolland zu zweijähri-

! ger Hast, Lajollais, aber vym Kaiser begnadigt. Die Polizei fürch-

l tete einen Aufstand zu Gunsten Moreau's, und hatte Gegenanstal-

! ten getroffen. Der Kaiser ließ hierauf durch Fouche dem Gefange-! nen die Freiheit anbieten, unter Bedingungen, welche Moreau ver-

> warf. Da beschloß er, fh» zu verbannen; und der Justizminister

! machte den uistcn Juni bekannt, der Kaiser habe Moreau'n die ver-

langte Erlaubniß ertheilt, in freiwillige Verbannung nach Amerika!u gehn, doch durfte er, ohne des Kassers Willen, Frankreichs Bo-den nicht wieder betreten, Savary brachte ihn hierauf unter Be-deckung nach Spanien. Er schiffte sich 1805 in Cadix nach Rord-«nerika ein. Seine schwangere Gemahlin folgte ihm nebst demEvhne, nach! Bezahlung der Prozeßkosten, mit dem Reste des Ver-mögens. Jetzt lebte Moreau, seinem Geiste und feinem Herzen ge-mäß, in glücklicher Einsamkeit vom I. i8c>5 bis zum Juni 1813.Er reis'te viel, und kaystc sich endlich zu Morisville am Delawareb« Lrenton, unweit Philadelphia und Neu-Vork an. Den Winterüber lebte er in Neu-Vork,im Sommer beschäftigten ihn Jagd, Fi-scherei und Landbau. Seine Familie, wenige Freunde, unter diesensein Adjutant, der Oberst Rapatel, und ein gutes Buch waren