Moritz (Graf von Sachsen) 46s
ewiger Bekenner der reformirten Religion. Er starb »„vermähltden 4tcn April 17Ü0. Friedrich Wllhclm lli. hat sein Andenkendurch eine marmorne Statue geehrt, welche Schaden, ausgeführthat, und welche den Lustgarten zu Berlin ziert.
Moritz, Graf von Sachlen, bekannt unter dem Namen deSWarschaus von Sgchfkn,. »Dieser große Feldherr war der Sohn desKönigs August ll. von Polen und der schönen Gräfin Aurora Ma-ria von Königsmark, die ahn im I. 1^96 auf einem Dorfe unweitMagdeburg gebar. Er zeigte'früh einen seprigen Geist und ein«ungewöhnliche,- von seinem Batet geerbte Stärke. Im I. 1711ertheilte ihm August ll. als Reichsvicar den Titel eines Grafen vonLachsen, und machte ihn Kalo darauf zum Obersten über ein neuerrichtetes Cürassierregimcnt, das aber nach einigen Jahren reducirtwurste. Die ersten Waffe» trug'er in Flandern unter Eugsn undMarlborough. Er char ,1709 Aeüge dep.Elnnahme von Lille, undzeichnete sich sowohl bei den Belagerungen von Lournay und MonSals in der Schlacht bei Malplaguec aus. Neuen Ruhm und öffent--liche Lobjprüche von Eugen und Marlborough erwarb er sich in- dem'Wdzuze von 1710. Das Jalw darauf belagerte der König vonPolen Stralsund; stek fustge Gras.zeigte hier die größte Rnerschro-'ckenyilt. Er sehte, die Pistole in der Hand, im Angesicht des Fein-des durch den Strom., Räch diesem Feldzuge perbeirathete ihn seineMarter mit der bescher! und liebenswürdigen Gräfin Loben; aber derGraf liebte zu 'sehr, das Vergnügen unst-den Wechsel, um sich denMissten der Ehe zu unterwerfen. Aber auch unter den Ausschwei-fungen, denen er sich zuweilen ergast.,verlor er das Waffenhandwerknicht aus den' Augfn. Er hatte stets ezn« „militärische Bibliothek dersich, niit der er sich täglich, ivemi auch nur eine oder zwei Stunden,beschäftigte. Im I. 1717 hatte er sich .nach Ungarn begeben, woEugen den Türken entgegenstand. Er nahm an der Belagerung voirBugrad und an einem Slege über die Türken Theil. Al'-e er 1718nach Polen zurückgekeylt war, ertheilte ihm der Konig von Polencden weißen Ldlero den. Mcritz, dem der in ganz Europa wiederhergestellte Friede keine Gelegenheit, gast, sich ferner auszuzeichnen,beschloß 1720, nach Frankreich zu gehn,/-dir. er die geselligen Eigen-schaften der Franzosen liebte; auch hatte er in seiner Jugend vonstemden Sprachen nux, die französische lernen mögen. Der Grafbeschäftigte sich hier sehr eifrig mit den Studium der Mathematik,der Kriegs- und.Sesestigungskunst, und der Mechanik, für die erein ausgezeichnetes Talent hatte. Schon in seinem sechzehntenÄhre hatte er ein neues Exercitium erfunden und es'in Sachsenanwenden . raffen. . Nachdem er 1722 . in , Frankreich ein Regiment"halten hatte, bistdete „und exereirle er es selbst nach seiner neuenMethode. Im I. 1726 wählten diz- Stände, von"Curland ihn zirihrem Fürsten. ' Polen unv Rußland bewaffneten sich gegen ihn-Mrnzikoff, der nach dem Herzogshum strebte, schickte 800 Mann^ Rüsten nach Mitau, die den Grafen in seinem Palast belagerten.Duser, ob er gleich nur üc> Mann hatte, vertheidigte sich mit gro-bem Muth. Die Belagerung wurde aufgehoben und die Russen ent-fernten sich. Auch Polen griff zu den Waffen, und da Moritz nicht>»> Stande war, zwei so mächtigen Reichen die Spitze zu bieten,so ergriff er 1729 eine günstige Gelegenheit, nach Frankreich zurück-inkehren. Man behauptet, daß die verwitwete Herzogin von Cur-! and, Anna Jwanowa, zweite Tochter des Czar« Iwan Aleriowiü,! kik. (B. <mm.) Vl. zcr