Band 
Sechster Band. M und N.
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466
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466 Moritz (Graf von Sachsen)

Bruders Peters des Großen, ihm anfänglich Hoffnung zur Ehe ge-macht, nachher aber ihm wegen seiner Unbeständigkeit entsagt habe;so brachte ihn diese Eigenschaft nicht nur um Curland, sondern auchum den Thron von Moskau, den jene Fürstin in der Folge bestieg.Angeführt zu werden verdient es, daß als der Graf von Curland«us nach Frankreich um Unterstützung an Geld und Menschen schrieb,die berühmte Schauspielerin Le Couvreur alle ihre Kostbarkeit«-um Bersatz schickte und ihrem Geliebten 40,000 Livres zustellte.Nach seiner Zurückkunft in Frankreich beschäftigte sich Moritz eifrigst ,mit der Mathematik. Er entwarf während eines Fiebers seiueIlovoiie» (beste Ausgabe, Paris 1757, 2 B. 4.), die er nachher aus- 'seilte. Dieses Werk, würdig eines Cäsar und Conde, ist nicht i» -einem correcten, aber in einem männlichen Styl geschrieben, voll itiefer kühner und neuer Ansichten) die dem Feldherrn und Soldat« jgleich, nützlich sind. Er entwickelte neue Grundsätze, deren Gültig-st die jetzige Art des Kriegführens berpährt. Er beweist die ^Nützlichkeit der leichten Artillerie, die schnell von einem Orte zum ^ander» geschafft werden kann; den sichern Vortheil des Angreifen-der;, den Vortheil der leichten Infanterie, und die gewisse Überle« !Lauheit der Infanterie über die Cavallerie, .wenn sie den Angriff !derselben mit Entschlossenheit erwartet, so wie ihren sichern Unter-gang, wenn sie anders handelt. Der Tod des Königs von Polen, !seines Vaters, entzündete 1733 den Krieg in Europa. Der Chur- )fürst von SachseN bot dem Grafen, seinem Bruder, den Oberbefehl ,aller seiner Truppen an, dieser aber zog es vor, als Marechal-de-ramp in der französischen Armee zu dienen, und ging. zur Armee deS ^Marschalls von Verwirk an den Rhein. Er kam eben zur Schlachtvon Etlingen an, in der er an der Spitze eines Grenadierdetache-ments durch seine Tapferkeit den Sieg entschied. Mit gleicher Un-«rschrockeyHeit führte er bei der Belagerung von Philippsburg eineMenge von Angriffen aus. Der Grad eines Lieutenant-generalwar 1734 der Lohn seiner Dienste. Dem Tode Carls VI. folgte«in neuer Krieg. Zu Ende Novembers 1741 wurde Prag belagertund noch in demselben Monat nahm es der Graf von Sachsen ß"tSturm. Eger wurde einige Tage nach Eröffnung der Laufgräbenebenfalls erobert. Dann führte er die Armee des Marschalls vonWroglio an den Rhein zurück und bemächtigte sich aller Linien von Lau-terburg. Nachdem er im März 1744 Marschall von Frankreich ge-worden was, (doch konnte er als Protestant nicht in dem Mar-schallstribnnal seinen Sitz nehmen), befehligte er als Chef ein Armee-rorps in Flandern. Dieser Fcldzug, ein Meisterstück der Kriegs-kunst stellte den Marschall von Sachsen an die Seite von Turenne. >Er wußte den an Zahl überlegnen Feind in Unthätigkeit zu halten.Das I. 174g war noch glorreicher. Im Januar war zu Warschauzwischen der Königin von Nngarn, dem König von England undHolland ein Bündniß geschloffen worden. Trotz einer schwerenKrankheit übernahm der Marschall den Oberbefehl der französische"Armee in den Niederlanden. Bald nach Eröffnung des Feldzugklieferte er die Schlacht chei Fontenoi den Uten Mai 1745. , ^schien dem Tode nahe; dennoch stieg er während des Gefechts zuPferde; aber seine Schwäche ließ jeden Augenblick für sein Lebenfürchten. Er gewann den Sieg, auf welchen die Einnahme vonLournai, Brügge, Gand, Oudenarde, Ostende, Ath und Br-M ,folgte, Letztere Stadt ergab sich tzen -rösten Februar 174 ^-