Moritz (von Nassau) 467
April desselben Jahres ertheilte der König dem Sieger von Fon-! tmoi ein Naturalisationspatent in den schmeichelhaftesten Aus-i drücken. Die folgenden Feldzüge erwarben ihm neue Auszeichnun-gen. Nach dem Siege von Roooux, den uten October 1746,
I schenkte ihm der König sechs Kanonen, und das Jahr , darauf! ernannte er ihn zum Marschall aller seiner Armeen und
! in der Folge zum Oberbefehlshaber in den 1748 eroberten Nieder-landen. Dieses Jahr wurde mit den glänzendsten Erfolgen bezeich-net, vornehmlich mit cher Einnahme von Mastricht; das Jahr vor-her war! durch den Sieg von Lawfeld und die Einnahme von Berg-vp-Zoom bezeichnet worden. Holland, für ferne Staaten zitternd,bot den Frieden an, den es vorher verweigert hatte. °Er wurdeden iSten October 1748 geschloffen, und man kann sagen, daß
Europa seine Ruhe den Talenten des Marschalls von Sachsen ver-
dankte. Dieser große Mann zog sich nunmehr auf das SchloßEhambord zurück, das der König ihm zum Gebrauch überlassenhatte. Er machte von hier eine Reise nach Berlin zuFriedrich dem Großen, der ihn mit der ehrenvollsten Auszeichnungbehandelte. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich lebte er in derEesellschast von Gelehrte», Künstlern und Philosophen, und starban einem Blutsturz den gasten November 1750. Dieser Mann,dessen Name durch ganz Europa erschollen war, verglich auf dem
Sterbebett sein Leben mit einem Traum. Man erzählt, daß ihn
. mehrere schimärische Plane beschäftigten; er habe bald den Gedan-^ len gehabt, die Juden wieder zu einem Volke zu vereinigen, bald
! sich zum König von Corsica zu machen, bald ein Königreich in
Amerika, namentlich in Brasilien, zu gründen. Sein Leichnamamrde mit großer Pracht zu Strasburg in der lutherischen KircheSt. Thomas beigesetzt, und 1777 ihm auf Ludwigs XV- Befehldurch Pigal ein Denkmal daselbst errichtet. Aum Erben hatte erden sächsischen General Bellegarde eingesetzt. Den Preis, welchen
j die französische Akademie auf die schönste Lobrede des Marschalls
> sehte, gewann Thomas.
Moritz von Nassau, Prinz von Oranien, der jüngste Sohn ausder zweiten Ehe des Prinzen Wilhelm I von Oranien, geboren zuDillenburg den izten November iZü/, studirte zu Leiden, als sein«eter 1584 meuchelmLrderiich erschossen wurde, woraus ihn in seinemachtzehnten Jahre die Provinzen Holland und Seeland, und nachheri auch Utrecht zu ihrem Statthalter erwählten. Mit außerordentlichen! Talenten ausgerüstet, übertraf er als Feldherr bald alle Erwartun-gen und verlieh durch seine Siege und Eroberungen der neuen Re-khblik Festigkeit. Er machte mit dem Überfall von Breda 1590 den! Anfang zu einer Reihe glücklicher Unternehmungen, wodurch ganz- Wildnn, Ober-Uffel, Friesland und Gröningen von den Spaniernbefreit wurde. Dadurch erlangte er nebst dem Oberbefehl über dieLand- und Seemacht aller vereinigten Provinzen zugleich noch dieStatthalterschaft: von Geldern und Ober-Assel, dagegen die von Fries->and und Gröningen seinem Better, Grafen Wilhelm Ludwig vonNassau, zu Theil wurde. Moritz setzte seine glücklichen Feldzüge fort"dd »ahm den Spaniern unter beständigen Kriegen bis zu dem im I.wo- auf zwölf Jahre geschloßnrn Waffenstillstand gegen 40 Städte"»d mehrere Festungen ab, und schlug sie in drei Feldschlachten, un-, -«rechnet die Siege zur See, die er durch seine Viceadmirale an den! panischen und flandrischen Küsten erfocht. Seine Tapferkeit und sein