q68 Moritz (Carl Philipp) ^
Waffenglück lockte alle, die als Krieger glänzen wollten, zli sein» ,Armee als zur ersten Schule der Kriegskunst. Er war der Gegenstandder allgemeinen Liebe und Achtung des Volks und auf diese baute seinfeuriger Ehrgeiz den Plan der Oberherrschaft. Dienlich zur Errei-chung seiner längst genährten Absichten schien ihm eine kluge Benutzungder theologischen Zänkereien der Arminianer und Gowaristen, cderder Remonstrantcn und Contra - Remonstranten. Er unterstützt« dieGomaristen mit groß en Eifer und sogarjmit eigenmächtiger Gewaltthä-tigkeit (vergl. Barneveld), allein aller Bemühungen ungeachtet, die 'Freiheit des Staats durch Parteisucht zu untergraben, sah er sich dochendlich genöthigt, von der Ausführung seiner ehrgeizigen Entwürfeabzustehn. Er starb im Haag den azsten April rörg, und hatte sei-nen Bruder Friedrich Heinrich zum Nachfolger, sowohl in Oroniesals in der Statthalterschaft von fünf Provinzen und in der Würdeeines Generalcapitains der Union zu Wasser und zu Sande. — „Dos !Leben dieses Statthalters," sagt Raynal, „war eine selten unter«brochne Kette von Gefechten, Belagerungen und Siegen. Mittelmäßig ^in allem, verstand er den Krieg meisterha't und führte ihn als Held.Die von ihm gebildeten Krieger haben seine» Ruhm noch vermehrt.Wie Montecuculi besaß er die seltne Kunst der Märsche und Säger;wie Vauban das Talent der Befestigung und Vertheidigung; wieEugen die Geschtcklichkeit/die zahlreichsten Heere in den unergiebigstesund erschöpftesten Ländern zu erhalten; wie Bendöme das Glück, beidem Soldaten, wenn es galt, mehr zu erlangen, als man zu erwar-ten das Reckt hat; wie Cvnde jenen untrüglichen Überblick, der des 'Erfolg der Schlachten entscheidet; wie Carl Xll. die Fähigkeit, dieLruppe» fast unempfindlich gegen Hunger, Kälte und Beschwerden zu jmachen, wie Lurenne, das Menschenleben zu schonen." — Nach Fo-llardS Urtheil war Moritz der größte Jnfanteriegeneral seit den Zeltesder Römer. Er halte die Kriegskunst von den Alten gelernt, und«rweitert« sie, indem er theils eigne, theils fremde Ersindusgc»«»wandte.
Moritz (Carl Philipp), zuletzt königlich preußischer Host«!?«nd Professor zu Berlin, ward zu Hameln 1757 von armen M»sgeboren, und in Folge der obwaltenden Umstände auf eine Wegeerzogen, die seinem Innern nothwendig eine bizarre,phantastische, ja selbst mystische Oberfläche gebe»mußte, in Bereinigung mit einer immerwährendes.Kränklichkeit, die dem Knaben jeden Ausflug )» dar ikräftige Jugendalter untersagte. Nachdem er in Hss- ,mover einigen gelehrten Unterricht genossen, wurde er von sewe« >Mater nach Braunschweig zu einem Hutmacher in die Lehre LoM»',wo er jedoch, in allen seinen vorgefaßten Erwartungen getäuscht,sich so unglücklich, wie möglich, fühlte, weßwegen er auch, da n !kein Hutmacher, sondern ein großer, berühmter Mann zu werde»gedachte, von seinem Meister im vierzehnten Jahre zu feine»Altern zurückgesandt wurde. Hier gelang es ihm, den dams^ts ^Commandanten von Hannover, den nachherigen Herzog von Meu«kenburg-Strelitz, dergestalt für sich zu gewinne», daß dieser cmbeträchtliche Summe für seine gelehrte Erziehung aussetzte,dem er einige Zeit in dieser günstigen Lage ausgedauert undihrer würdig gezeigt hatte, erhielt sein ihm angebornerKizarrerie und Regellosigkeit neue Gewalt über ihn, so daß ,-ie Liebe seiner Wohlthäter verscherzte und von allen seme» »'s i