472 Moritz (Carl Philipp)
und irrte wie wahnsinnig Tage und Nächte unter freiem Himmelumher. Eidlich verschafften ihm Teller und Büsching eine Lehrstellean der Klosterschui e zu Berlin mit zweihundert und fünfzig Thalern Ge-.halt. So lange ihm dieses Amt neu war, verwaltete er es mit großemEifer und nicht geringem Beifalle seiner Vorgesetzten. Als er aberauch die dunkle Seite des Lehrstandes kennen lernte, wurde er dieserLage ebenfalls überdrüßig. Auch die Beförderung zum Conrecloram grauen Kloster im Jahre 1780 machte ihn um nichts zufriedner,oh er gleich durch kleine schriftstellerische Versuche und durch häu-fige Wanderungen in die umliegenden Gegenden in das ihm so ver-haßte Einerlei seines Lebens Mannichfaltigkeit zu bringen suchte.Jetzt erhielt seine Phantasie neue» Stoff durch die Freimaurerei, inwelche er um diese Zeit aufgenommen wurde. Ob man ihn gleichbald zum Bruder Redner machte und das Amt des Sprechers ineiner Versammlung Gcweihrer seiner Eitelkeit sehr schmeichelnmußte: so wurde er dieser Beschäftigung dennoch auch bald wiedermüde. Diesem Gefühle von Unbehaglichkeit war es vornemlich zuzu-schreiben, daß er im I. 1782 auf einige Monate nach England,reis'te. Die Kosten dazu bestellt er grbßtentheils von seiner deut-schen Sprachlehre, welche ihm, seiner eignen Angabe nach, durchPränumeration nahe an fünfhundert Thaler einbrachte. Aus derberühmten Höhle zu Castleton brachte er einen bösen Husten mit, derin der Folge auf- seinen Körperzustand Einfluß gehabt zu habe»scheint. Bald noch seiner Zurückkauft nach Berlin hoffte er, Pro-rektor an der cöllnischen Schule zu werden; allein es wurde ihmnur das Conrectorat mit einigen Lchrstunden am Gymnasium zuer-theilt. 'Diese getäuschte Hoffnung war Ursach, daß er wieder injenen Zustand der üblen Laune uno des Unmuths verfiel, in welchemwir ihn schon so oft gesehen haben. Um dieselbe Zeit glaubte erauch an einem Brustübel so krank zu seyn, daß er sich auf seinennahen Tod vorbereitete und mit seinen Freunden viel über die Un-sterblichkeit der Seele sprach. Indessen genas er'wieder; auchwurde ein Theil seiner Wunsche in so fern erfüllt, als man ihm >nI. 1784 auf sein Anhalten eine außerordentliche Professur am Gym-nasium mit hundert und zwanzig Thalern Gehalt ertheilte. Seine Eitel-keit war nun befriedige, und ob er gleich jetzt weit weniger festenGehalt, wie vorhin, hatte, so gelang es ihm doch, sich durch Vor-lesungen über deutsche Sprache und schöne Wissenschaften eine an-sehnliche Einnahme zu verschaffen. Ohne sich je mit Geschichtebeschäftigt zu haben, widmete er sich jetzt derselben als Hauptnnsisenschaft und hielt Borlesungen darüber. Seine Ruhe ward theisdurch wirkliche Kränklichkeit, theils auch durch Einbildung abermalsunterbrochen: er warf viel Blut aus. Nachdem er sich wieder metwas erholt hatte, glaubte er zu seiner völligen Genesung rttsinzu müssen. Seine erste Ausflucht ging zu Bahrdt, der ihm Tischund Wohnung anbot, nnd wo er, statt zu sterben, wie er sich vor-genommen hatte, wieder vollkommen gesund ward. Heiter m>°kraftvoll ging er nach Berlin zurück, mit der völligen Rückkehr >el-ner Lust zu Geschäften. Jetzt unternahm er es, die vossische -»>-lung nach einem neuen Plane zu schreiben. Da aber dieser P-anzu phantastisch aufgefaßt und zu bizarr ausgeführt war, er auchnicht hinlänglichen Fleiß auf die Ausführung verwandte ; so waes natürlich, daß die Leser die alte Form zurückwünschten. A»ereignete sich ein Umstand, dessen Sonderbarkeit an sich selbst ""
de
! «iI de!
ihi
ft
sti
sti
lai
D,
st!
N
M
st->
In
«il
IM
de
ns
h-
iii
sti
iii
iiii
m
m
di>
de
w>
Sd
de
P
re
S
l->
L> esd«
I i»
i
!
! dl! Z
II!
§
b