488 Moses
seyn eines tiefdurchbachten Plans trat. Moses hatte schon das Al-ter erreicht, das reife Erfahrung, Geduld und Rübe gibt, als diesdurch eine unmittelbare Auffoderung Gottes geschah. Am Horedweidend, siebt er einst einen Dornbusch !m Feuer und forschend,warum der Busch nicht verbrennt, hört er aus ihm die Stimme desHssrn, der sich ihm als den Gott Abrahams, Jsaaks und Jacobsankündigt und ihm befiehlt, sein Volk aus Ägypten in das Land zuführen, das er den Erzvatern verheißen. Der Name Jehcva, un-ter dem sich Gott ihm offenbart, war ihm schon aus den ägypti-schen Mysterien bekannt, und klar wird ihm chicr die Idee des Ein-zigen, Ewigen und Unveränderlichen, die dieser Name in sich schließt.Aber Nicht ohne Einwendungen und Besorgnisse der Vorsicht undBescheidenheit entschließt er sich, diesem Rufe zu folgen: Pharao iß ,hart und ungläubig, er selbst geächtet, sein Volk roh und unfähigdie Idee des Gottes, den er ihm ankündigen soll, zu fassen; manwird den Worten seines «»beredten Mundes, den eine schwere Zungeim Sprechen^hindert, ohne sinnliche Zeichen nicht glauben. Darum .gibt Gott ihm die Macht, seine Sendung durch Wunderthaten zu -verbürgen und stellt ihm seinen ältern Bruder Aaron als Redner jan die Seite. So ausgerüstet kehrt , Moses im Glauben, daß esihm mit Gott gelingen werde, nach Ägypten zurück und geht, einGreis von 80 Jahren, ans Werk. Alle und noch größere Schwie-rigkeiten, als er vorausgesehn, stellen sich ihm hier entgegen. Zwarwird Aaron sein Mund, und das Volk Israel muß in seinen Thatendie Hand Gottes erkenne», aber durch lange Knechtschaft entimuhetund ausgeartet, schwankt es noch zwischen Glauben und Zweifel.Umsonst bringt er,-nach Art der Eingeweihten, die Schlange alsZauberstab in seiner Hand, Veränderungen im Laufe der Natur her-vor, deren einige die Kunst der ägyptischen Weisen ihm incht nach-zuthun weiß, und für das Werk höherer Kräfte erkennen muß; erstdie zehnte der verheerende» Landplagen, die dadurch über Ägyptenkommen, das Hinsterben aller Erstgeburt bewegt Pharao's verstock-tes Herz, die Hebräer ziehen zu lassen. Moses, stellt sich an ihreSpitze und führt sie mit aller ihrer Habe aus Ägypten und zurZeit der Ebbe mitten durch den arabischen Meerbusen, in dem dertreulos nachsetzende Pharao mit Mann und Roß ertrinkt. Dochdiese Rettung von dem furchtbarsten Feinde ist nur der Anfang sei-nes Unternehmens, gährend wogt um ihn die rohe Masse einesVolks, das bis jetzt nur den Stecken des Treibers, aber keine Re-gel in der Freiheit kennt. Der Mangel in der Wüste erregt lautesMurren, das Zusammenstoßen mit feindlichen Beduinen-Völkernblurige Kriege, die Eifersucht neidischer Ältesten innre Empörungenwider den Führer; sein Leben kommt nicht selten in Gefahr und duMacht, die sein Beruf erfodert, kann er oft nur durch gewaltsamenZwang und schreckliche Strafgerichte behaupten. Aber mit bewun-derungswürdiger Weisheit, Kraft und Ersindsamkeit verfolgt ertrotz alles Widerstrebcns seinen Plan, die störrische Menge zum ge>kitteten, frommen und selbstständigen Volke zu machen. Er schafftden Hungrigen Brot vom Himmel *) und öffnet den Durstigen neue
*) Man oder Manna, ein vegetabilischer Saft, den die Israelitin vonder Cameclstaude (arabisch 6Irari Scllrrrei) in der arabischen Wüs«sammelten und zur Speise bereiteten. Er sieht wie Loriandersamen a'-i,