Moses 489
Quellen au« den Felsen Horebs, nicht als ein Zaubrer mit betrügli-chm Künsten, sondern als ein Diener und Werkzeug des Herrn derNatur, der ihm auf sein Gebet gewahrt, was das Volk bedarf.Für etwas mehr will Moses nicht angesehn seyn, bei allen seinenAnordnungen beruft er sich auf ausdrückliche Befehle Gottes, derdas Volk durch Wohlthat und Schrecken, durch Güte und Ernst vä-terlich an sich ziehen und bilden will. Religion ist der Geist desGesetzes, das Moses im dritten Monate nach dem Auszuge ausÄgypten zu verkündigen anfängt. Angelangt am Sinai, einemBerge Arabiens, läßt er das Volk sich lagern, er selbst aber be-steigt den durch uralte Anbetung heiligen Gipfel, wo ihm, umringtvon weithallendem Donner unter den Schauern der Nähe Gotteskund wird, nach welchen Gesetzen Zsrael leben soll. Aus den Glau-ben der Erzväter gebaut, sind diese Gesetze mehr eine Herstellung dereinfachen Wahrheiten, durch die sich die-Urwelt zum Höchsten erhob,als eine neue Religion. Moses hat das Verdienst, sie von den Irr-thümern und Thorheiten des Aberglaubens, worin sie unter denHänden abgöttischer Völker fast untergegangen waren, gereinigt undnach den Bedürfnissen der aus einer Familie zum großen, unbändi-gen Volke angewachsenen Hebräer ausgebildet zu haben. Das Cen-trum seiner Gesetzgebung ist die Lehre, daß Jehova der einige Gott,der weder einen andern Gott neben sich, noch ein sinnliches Bildseines Wesens dulde, selbst König seines Volks seyn und es durchPriester regieren wolle. Daher haben die Gesetze, durch die er denCultus, die Staatsverfaffung und Rechtspflege, die Sitten'- undGesundheitSpolizei der Hebräer constituirt, insgesammt göttlicheAutorität und dauernde Gültigkeit. Überall von den Grundfoderun-gen der sittlichen und sinnlichen Natur des Menschen ausgehend, sindsie auf die Individualität des Volks, auf das Clima und die poli-tische Lage des ihm zum Wohnorte bestimmten Tandes, und auf denPlan der Vorsehung, es zum treuen Bewahren einer im Laufe derZeit vollkommner zu entwickelnden und einst über das ganze Men-schengeschlecht zu verbreitenden göttlichen Offenbarung zu machen,trefflich berechnet. Sie verbieten ihm jede Vermischung mit andernNationen und jede fremde Sitte und Gottesverehrung; als «inscharf abgcschloßner Göttesstaat soll es gesondert von allen Nachbar-völkern, selbstständig, wie sein Gott und Herr, frei und allein ste-hen. Sie nöthigen es durch fest bestimmte, bis in die geringstenEinzelnheiten der täglichen Lebensvrdnung und der geselligen undhäuslichen Verhältnisse eingehende Vorschriften, bei denen auch dieAuswahl und Bereitung der Speisen und die Sorge für die Rein-lichkeit des Körpers nicht vergessen ist, zur Gewöhnung an die sei-nem Charakter und seiner religiösen estimmung angemeßne Civili-sation. Sie legen ihm durch ein streng geregeltes Ritual, das austausend an sich' kleinlichen und stark in die Sinne fallenden Cere-monien zusammengesetzt, im Ganzen dieerhabne Allegorie eines ewi-tzen, unaufhörlich durch Opfer, Gebete und Reinigungen neu anzu-knüpfenden Bundes mit Gott darstellt und bedeutsam von Handln»-iu Handlung fortschreitet, die Pflicht einer immerwährenden Ge-schäftigkeit im Dienste seines himmlischen Königs auf. Dem Stam-me kevi, dem Moses angehört, überträgt er die Verwaltung dieses
schmeckt süß wie Honig, und helßt jetzt bei den Persern Leren«
»abina, ' . '