4yo Moses
Dienstes und die Aufsicht über die Beobachtung der Gesetze, und nichtseinen Söhnen, die er mit weiser Uneigennützigkeit unter die gemei-nen Leviten zurücktreten läßt, sondern dem Geschlechte seines Bru-ders Aaron das mit der obersten Staatsgewalt bekleidete Hohe-priesterthum. (Vergl. d. Art. Hoherpriester.) Diesem von al-lem Grundeigenthume ausgeschloßncn Stamme macht er die übrigen12 Stämme zchntpslichtig, untergibt sie eignen Stammältestcn undRichtern und sichert die Festigkeit ihres politischen Verbandes durchgemeinsam zu feiernde Feste und durch ausschließl-che Einheit deSGottesdienstes in der Stiftshütte, einem tragbaren Tempel, der diemit Schauern der Ehrfurcht umgebne, prächtig geschmückte und imInnersten nur dem Hohenpriester zugängliche Wohnung Jehova's,das einzige Heiligthum und vermöge der ihm zufließenden Steuer»der Mittelpunkt alles Reichthums und Credits der Nation wird.Dies sind die Hauptpunkte der Gesetzgebung Mosis, die, wennauchZüge ägyptischer Bildung daraus hervorblicken, doch das Bestreben,die Hebräer von den ägyptischen Sitten und Vorurtheilen zu ent-wöhnen und zur politischen und religiösen Selbstständigkeit zu erhe-ben, deutlich beurkundet, und in Betracht der Zeit und Umstände ih-rer Entstehung an Originalität und Hoheit der Principien, <u>Consequenz, Nachdruck und Dauer und, was am meisten für -hrengöttlichen Ursprung zeugt, auch an Keimen wahrer Humanität diegepries'nen Legislativeren Solons und Lycurgs weit übertrifft. Dochwurde ihre Bortrefflichkeit nicht sogleich von den Hebräern erkannt.Schon nahe am Ziele ^es Weges nach Eanaan, sah Moses sich durchneue Gährungen der Unzufriedenheit genöthigt, das Volk in dieWüste zurückzuführen und 40 Jahre eines mühseligen Umherziehe»?in der Wüste mußten vergehen, die harren Strafen, die sein Ge-setz dem Übertreter droht, mußten mit eiserner Strenge vollzogenwerden, alle die im Mannesaltcr aus Ägypten gezogen waren,mußten absterben, ehe das Gesetz bei dem neuen, während deS Zu-ges herangewachsenen Geschlechte durchdrang und ihm zur Gewöhn-,heit wurde. Moses, der mit Sorgen, Beschwerden und Arbeitenaller Art geplagte Führer, durfte selbst um eines einzigen Zweifelswillen, den er sich im Gedränge der Noth gegen Gott hatte zuSchulden kommen lassen, die vollkommne Ausführung seiner Ideenicht einmal erleben. Nachdem er den Feldherrn Josua zu seinemNachfolger bestimmt und von dem Wolke feierlich Abschied genom-men harte, besteigt er einen Berg in Peräa jenseit des Jordans,von dem er das gelobte Land, das er selbst nicht betreten sollte,überschaut und sein mühevolles Leben im i2vsten Jahre beschließt.Der abergläubischen Verehrung seiner Gebeine hatte er durch denBefehl, ihn heimlich zu beerdigen, vorgebeugt, und niemand kennt duStätte seines Grabes. Doch das herrlichste Denkmal seines Geistesund seiner -Verdienste hinterließ er der Welt in den Büchern, die»zur Erhaltung empfangner Traditionen von der Geschichte der Urweltund zum Gedächtnisse seiner Thaten, Schicksale und Gesetze nieder-schrieb. Ein unbekannter Hebräer späterer Zeit hat sie in die su»>Bücher geordnet, die wir unter dem Namen Moses besitzen, aberd> rmf wenige Zusätze und Einschaltungen, die dieser spätern Re-daction angehören, tragen sie das Gepräge der Echtheit in ihrer vrr°alteren Sprache, in ihrer zugleich einfachen und kräftigen Darstel-lungdweise und in der ungekünstelten, wie ein Tagebuch forischreutendcn Anordnung der Geschichten an sich, Einfalt und Naturwahr-