Band 
Sechster Band. M und N.
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496 Motte (M. A. de Samt Remy de Valois, de la)

gewisse Einförmigkeit in ihnen nicht zu verkennen ist; 4. Oden, wehrphilosophisch als poetisch; unter den galanten finden sich mehrentreffliche, in denen sich die Natur mit allen Feinheiten der Kunstzeigt; Z. zwanzig Eklogen, die größtenteils den Preis in den Blu-menspicle^r gewonnen haben. Die Annehmlichkeit und Unschuld desLandlebens sind darin höchst reizend geschildert; 6. Fabeln, die je-doch nicht großen Beifall fanden, da es ihnen im Ganzen an Na-türlichkeit fehlt. Theils sind sie von ihm erfunden, theils nach frü-hern bearbeitet; 7. verschiedne Abhandlungen, als über die Poesie,über die Ode, jdie Ekloge, die Fabel, die Tragödie. Sie siedsämmtlich verkappte Apologien seiner verschiednen Werke; in alle»erkennt man den Philosophen und Mann von Geist; 8. mehrere Ne-ben für die Akademie und eine Lobrede auf Ludwig XIV., schätzba-rer wegen der Form als wegen des Inhalts; y. Ulan öes xreuveisto I-i leiiZion, trefflich geschrieben; ic>. ein kleiner Roman, beti-telt Salnelll er Lsialüi, eine Bagatelle voll Geist und Empst»-dung. — Alle sowohl hier genannten als übergangnen Werke verdie-nen nicht, unter die classischen der Franzosen gesetzt zu werden. Siehaben einzelne Schönheiten, aber nicht den Stempel des wahrenGenies. Wenige Schriftsteller haben mehr Anhänger gehabt, unddas konnte nicht anders seyn; er lobte, man lobte ihn wieder.Das richtige .Urtheil kann dadurch wohl verzögert werde», abemeserfolgt unausbleiblich. La Motte ist nach demselben aus der Reiheder Dichter ausgeschlossen und in die Classe der schonen Geister ver-wiesen worden.

Motte (Marie Anne de Saint Remy de Valois, vermählteGräfin de la), geboren zu Fontette den Lasten Julius 1756,war eine Tochter des James de Saint Remy de Balvis, der ver-armt im Hotel Dien zu Paris im Jahr 1702 starb, nachdem er sich1755 mit Marie Fossel, mir der er schon vor seiner BerehelichuVeinen Sohn erzeugte, verheirathet hatte. Er stammte in gerat"Linie und im üten Grade von Heinrich II-, Könige von Frankreichund Navarra, ab, der mit Nicole de Savigny einen Sohn, Na-mens Heinrich de Saint Remy, erzeugt hatte. Dies GeschleiiMe-gifter und diese Abstammung der Gräfin ist zwar von französischenund deutschen Schriftstellern hin und wieder angefochten werde»,allein mit keinem zureichenden Grunde, indem sowohl der ununter-brochne Besitz des Gutes Fontette bis auf den Vater der Grast»,der durch üble Wirthschaft solches verschleuderte, als auch die »e»dem Wappenrichter des französischen Adels am izten October desJahrs 1785 unterzeichnete Urkunde für die Richtigkeit dieser Mstawmung mehr beweisen, als die bis jetzt dagegen vorgebrachte»Einwürfe. Wollig hülflos und verlassen, fand Marie AnneSaint Remy de Valois in ihrer zarren Kindheit an der Marqiustvon Baulainvillier eine Beschützerin, die sie für eine rechtmäßig-Besitzerin des Namens, welchen sie führte, erkannte, und auf de-ren Rath sie auch im Jahre 1779 ihre Ansprüche auf das Gut ihrerBorfahren geltend zu machen suchte. Da sie sich deßhalb yadhsur Aube begab, wurde sie hier mit dem jungen Grasen deMotte bekannt, der bei den Eensd'armen angestellt war, und ve.-wählte sich mit Bewilligung ihrer Beschützerin mit demselben. R»?dem Tode ihrer Beschützerin wußte sie sich die Gunst und Paterndes Cardinais von Rohan zu verschaffen, wurde in dessen AM-genheiten geflochten, und besonders von ihm in der im Jahre i/l»

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