Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Sv2 Mozart (I. C. W. A.)

der größten Präcision vortrug. Als er einst beim Könige spielte,nahm er eine bloße Baßstimme und trug eine vortreffliche Melodiedarüber vor. So nahm ihn Loh. Cyristian Bach, der Lehrmeisterder Königin, zwischen die Knie und spielte einige Tacte einer So-nate, worauf Mozart dasselbe that; und so immer abwechselnd spiel-ten beide die ganze Sonate mit einer solchen Präcision, daß jeder,-er nicht zusah, glauben mußte, das Stück werde nur von einemeinzigen Spieler vorgetragen. Während seines Aufenthalts inEngland, und folglich im achten Jahre seines Alters, compvnirte er ^sechs Sonaten, die er in London stechen ließ; und der Königin wid- ^metc. Im Julius 1765 reis'te sie durch die Niederlande nach Hol-land, wo Mozart vor dem Erdstatrhaller spielte. Hierauf ging Isie wieder nach Paris und, nachdem sie zwe-mal in Versailles gewe-sen war, über Lyon durch die Schweiz nach München, wo der ,Churfürst -em jungen Mozart ein Thema vorsang, welcher dieser,in seiner Gegenwart und ohne Klavier und Geige, ausführte undzu Papier brachte. Als er damit fertig war, spielte er es undwurde dafür mit dem Erstaunen und der Bewunderung des Chur-fürsten und aller Anwesenden belohnt/ Endlich kam sie nach einerÄb-wesenheit von noch nicht drei Jahren zu Ende des Jahres 1766 wil-der in Salzburg an, wo sie bis in das Jahr 17Ü8 blieb und dar-auf eine zweire Reise nach Wien machte. Hier spielten die beidenKinder vor dem Kaiser Joseph, der dem jungen Mozart auftrug, jeine komische Oper, la Knta rsivplics, in Musik zu setzen. Sü ,erhielt den Beifall des Kapellmeisters Haffe und Metastasio'S, wurde laber nachher nicht aufgeführt. Bei der Einweihung der dortigenWaisenhauskirche setzte er das Amt, das Offcrtorium und ei" >Trompcten-Concert, und dirigirte als ein zwölfjähriger Knabe diese >feierliche Musik in Gegenwart des kaiserlichen Hofes. Im Jahre1769 trat Mozart, der Koncertmeister beim salzburgischen Hsi-orchestcr geworden war, in Gesellschaft seines Vaters eine Reise nach >Italien an. Hatte er schon in andern Ländern so viele Bewuude- ^rung erregt, so kann man leicht denken, wie sehr seine Erscheinung !l» Italien willkommen seyn mußte, wo die Musik, wie in ihremeignen Boden, gedeiht, und wo die Kunst höher als jedes anderemenschliche Bestreben geschätzt wird. In Bologna bewunderte ins-besondere der Pater Martini den Knaben, der im Stande war, emjedes gegebne Fugen-Lbema auf der Stelle zu bearbeiten und es ^augenblicklich auf dem Klaviere auszuführen. In Rom erregte erauf «ine andere Messe die Bewunderung der ganzen Stadt. Erunternahm es nämlich, das berühmte Miserere, welches alljährlich jin der CHarwoche in der sixtinischen Kapelle gesungen und damals ,noch sehr geheim gehalten wurde, nach dem bloßen Gehöre zu copi-rcn, welches ihm auch dergestalt gelang, daß, als er es 10 einerGesellschaft am Klaviere sang, der Sopranist Cbristofori, der es m-er Kapelle gesungen Hatte und in der Gesellschaft zugegen war, dielebhaftesten Beweise semer Bewunderung zu erkennen gab. P"Neapel glaubten die Schüler bes Oonservurc-rio üsila xi«ta, >»seinem Ringe stecke die Zauberkunst seines Spiels: er ze-ih» ab, und nun wurde erst die Bewunderung recht gro?-Jn Asm erhielt er von» Papste das Kreuz und Breve alsNl-lici-,0 -nii.ac»< ,9,1««, und l» Bologna wurde er, nachdem^bei vcrschloßnen Thüren und in einer halben Stunde ein vierstim-miges Antiphona gesetzt hatte, einstimmig als Mitglied und Cape»-'