Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
503
JPEG-Download
 

Mozart (I. C. W. A.) 5°3

e, meister der philarmonischen Akademie aufgenommen. Da er sich be-st reiks zur Composition der ersten Carneval-Oper zu Mailand Ler-er kindlich gemacht hatte; so nöthigte ihn dieses, ähnliche Anerbietun-

» gen zu Bologna, Neapel und Rom ablehnen zu müsse». Ex kam

l- zu Ende Oktobers 177» in Mailand an und componirte daselbst in

r, feinem vierzehnten Jahre die erste Oper, Mithridat, die schon amn ^ Lbsteii December aufgeführt und dann mehr als zwanzig Mal nachn ! emander wiederholt wurde. Von dem Beifall, den diese Oper!k erhielt, kann man auch schon daraus schließen, daß die Unternch->- , mer ihm sogleich auch die Composition der Oper für das Jahr 177zl- ! schriftlich zusagten. In Verona überreichte man ihm ebenfalls dasg ! Diplom als Mitglied der philarmonischen Gesellschaft. Und so ver-e- ließ er Italien, wo man ihm allenthalben mit ausgezeichneter Ehrea i begegnet war und ihm den Namen il Oavaliers ssilarnao-

r, i nioo beigelegt hatte. Als Mozart im März 1771 wieder in Salz-

d bürg eingetroffen war, fand er einen Brief vor, in welchem ihm

b im Namen der Kaiserin Maria Theresia die Composition der gro-

c- ßen theatralischen Screnata zur Bermählung des Erzherzogs Fexdi-

>- »and aufgetragen wurde. Er übernahm diesen Auftrag, reiste im

k- August wiederum auf einige Monats nach Mailand, wo währendder Vermählungsfeierlichkeiten stets mit der Oper, die von Haffe» ^ componirt war, und mit Mozarts Screnata abgewechselt wurde.>, Im Winter P77Z setzte er darauf eben daselbst die ihm übertragne

>e erste Oper, Ouoco Lilla, die sechsundzwanzig Mal hinter einan-

i der aufgeführt wurde. Nachdem er nun noch nach und nach eine» komische Oper, la liiita girrtliniera , zwei große Messen, eine Se-il renate, il lld k„rors, und in Paris, wohin er zum zweiten Malst ! derufen worden war, eine große Symfonie für das dortige Lou-2 I reit ipiriruol gesetzt hatte, ging er in seinem vierundjwanzigstenb ! Jahre nach Wien, wo er in kaiserliche Dienste trat und auch seith der.Zeit stets geblieben ist. Er erfüllte die großen Erwartungen,2 zu denen sein bewundernswürdiges und früh entwickeltes Genie dasil ganze musikalische Publikum berechtigt hatte, auf eine vollkommen beftie-m lügende Art und ward, um mit wenigen Worten alles zu sagen, der Lieb-le > lingScvmponist seiner und, wie zu erwarten steht, aller künftigen Zeit.-- j Dies war Mozart, der Tonkünstler. Kein Forscher der menschlichenn Natur wird sich aber wundern, wenn ein großer, ja möchte man's sagen, vollendeter Künstler nicht auch gleich groß in allen übrigenst Künsten und Wissenschaften, und überhaupt in alten Verhältnisse»^ - des Lebens erscheint. Eben darin ist, wie uns dünkt, die Naturh des wahren, umfassenden Genies begründet, daß dieses, für keine' Außendinge Sinn habend, nur auf sich selbst beschränkt ist und nur

>- seiner Kunst lebt, keinen Einfluß der äußern Einwirkungen und der

r - Einzelnheiten anerkennend, die nur den bloßen Verstand, entblößt" von allem eigentlichen Genie, zu interesfiren vermögen. So hate man Mozarten häufig seinen Mangel an allem, was Wissen heißt,» ! zum Vorwürfe gemacht; eiir Vorwurf, der, dünkt uns, durch das,» ' was wir so eben gesagt haben, vollkommen widerlegt, za sogar beig >!>m zu einem ehrenden Verdienste wird. So wie dieser seltne Geist' stuh schon in seiner Kunst Mann wurde, so blieb er hingegen in

» allen übrigen Verhältnissen des menschlichen Lebens stets Kind. Er

° nie sich selbst regieren; für häusliche Ordnung, für gehörigen

- ««brauch des Geldes, für Mäßigung und vernünftige Wahl im«muffe hatte er keinen Sinn. Aber eben dieser immer zerstreute.