So4 Mozart (I. C. W. A.)
dieser immer in sich zurückgezogne Mensch schien «in ganz andrer,
«in höheres Wesen zu werden, sobald er sich an das Klavier setzteDann spannte sich sein Geist, und seine Aufmerksamkeit richtete sichungetheilt auf den einen Gegenstand, für welchen er geboren war,auf die Harmonie» der Töne. Die Musik machte so sehr das Hanpt-geschäft seines Lebens aus, daß er im eigentlichen Verstände nieetwas that, als was entweder mittet- oder unmittelbar auf dieselbeBezug hatte. Ja be>m Essen spielte er sogar, als Hütte er einKlavier unter den Händen, auf dem Tische, und kam dadurch >außer Stand, sich das Fleisch zu schneide», ein Geschäft, welche« sgewöhnlich seine Frau für ihn verrichtete.' Am liebsten spielte er >jedoch bei der Nacht und bis zum frühesten Morgen hin, wenn man iihn nicht mit Gewaltvom Klavier entfernte. Gewöhnlichcomponirteervor sechs oder sieben Uhr des Morgens bis um zehn Uhr, und zwarweistentberis im Bette; dann setzte er den ganzen Lag nichts mehr, ,außer wenn etwas dringendes zu ve fertigen war. Außer der Musikschien er nur noch eine ?eid»nschaft zu haue»; dies war da« Billard,welches er mit dem höchsten Interesse zu spielen pflegte. Was seineKörperbildung anbetraf, so zeichnete sich diese durch nichts Vortheil-haitss aus: er war klein, hager, blaß und oe'rieth durchaus nicht«außerordentliches in seine, Physiognomie. Zum Schluß soll hiernoch seinen Lheaterco ^Positionen eine flüchtige Erwähnung gesche-hen, bei denen wir uns, zu unserm Bedauern, jede eigentliche und :strenge Analyse untersagen müssen. Von den Werken, die sich aufden Bühnen von ganz Deutschland erhalten haben und aufewige Zeitendas Entzücken der deutschen Nation machen werden, componirteer seinenlüomonsc,, Its äi Leer», 178» zu München. Von der Entfüh-rung aus dem Serail, welche 1732 in Wien ausgeführt wurde,sagte Joseph lk. zu Mozart: ..diese Musik ist zu schön für uns»Ohren; doch sind gewaltig viel Noten darin!" . Gerade so »m,als sich gehört," antwortete der Künstler. Den ausgezeichnetste»und allgemeinsten Beifall erhielt Figaro'L Hochzeit, welchewährend des ganzen Winters 1787 zu Prag aufgeführt wur».Eben daselbst componirte Mozart in demselben Winter stwon ia o»Juan, der dort noch mehr gefiel, als Figaros Hochzeit. Nim»deftoweniger wollte man dieser Musik in Wien während der elste»Vorstellungen keinen Geschmack abgewinnen, obgleich Haydn 0«dieser Gelegenbeir Mozarten für den größten aller damals ledeneinComponisten erkannte. Nachdem er nun noch 1740 t»°
turre und während der Krankheit, die seinen Tod bcrbeifuhrl,1791 die Zauberflöte, b.s olemeiir» äi liro und dasrühmte keguiom gesetzt hatte, starb er am byn December l/Pim sechsunddreißigsten Jahre seines Alters. Bon seinen Instrument -Kompositionen zu sprechen, verbietet uns der Raum, und wir ran-nen nur anmerken, daß Mozart auch in dieser Gattung dasbild aller Nationen und Zeiten seyn und bleiben wird. Endu^wollen wir noch der Entstehung seines Keguiem. so w-e die rüber vorhandne Anekdote dieselbe erzählt, erwähnen, und dannsen Artikel mit einigen allgemeinen Bemerkungen über das e:nz»und vielleicht nie wiederkehrende Genie Mozarts schließen,klo-snism hatte, nach der allgemeinen Erzähung, folgende 'sprung. Eines Tages kommt ein Unbekannter zu Moza,ltkägt ihm die Composttion einer Seelenmesse auf, für we.Hezart den Preis selbst bestimmen soll. Dieser sodert hundert, ->«9