Müll-r (Johannes von) 5n
lichste Jahr seines Lebens zu, und stiftete mit ihm und seinen Ber-j wandten in England eine Lauernde Freundschaft. Voltaire undwehere andre Heroen der neuen französischen Literatur wurden ihmdamals persönlich bekannt. Da Kinloch im März 1776 nach Nord-amerika zurückging, nahm der große Naturforscher Bonnet, derzu Genthod am Genfer See einer ehrenvollen Muße genoß, Müllernin sein Hau«. Stärkende Fußreisen in der Schweiz zu und mitBonstetten wechselten in den Jahren 1777 und 78 mit diesem rei-zenden Aufenthalte im Kreise der feinsten Geselligkeit ab. Im, kommer 1778 vergrub er sich auf Boustettens Landgütern zu Rou-l gemont und Valeires in die Alten, und vollendete die schon 1774, «»gefangnen Excerpte aus 44 Folianten und 24 Quartanten der' Marschen Urkundensammlung und aus andern Handschriften zurEchweizergeschichte. Der Winter rief ihn wieder nach Genf, wo er^ bei dem Gcneralprocuratvr Robert Lronchin, einem erfahrnen,großdenkenden Staatsmann, lebte und in dessen Umgänge an Schärfedes politischen Überblicks und Einsicht in das Wesen der Staats-kunst gewann. Um sich ein kleines unabhängiges Einkommen zuerwerben, hielt er hier vor einer Auswahl junger Männer, meistEngländer, unter denen sich auch der Sprecher des Unterhauses,Charles Abbot, befand, Borlesungen über die Universalhistorie.Er rrug sie erst ethnographisch, dann synchronistisch in französischerEprache vor, arbeitete sie in den Jahren 177Y zu Genf, 1781 zuCaffel und 178z wieder zu Genf zu gleichem Zwecke um, und schriebsie endlich 17Y7 Zu Wien in deutscher Sprache auf, in welcher Ge-stalt sie unter dem Lite!: 24 Bücher allgemeiner Geschichtenj in den z ersten Bänden seiner Werke rgia erschienen sind. Der. Beifall seiner Zuhörer, unter denen die Militärs, bei denen erimmer den meisten geraden Sinn für das Wahre und Edle fand,
, ihm die liebsten waren, belohnte ihn für diese Arbeit, die in ihrerützten Redaction zwar noch die Spuren jener ersten flüchtigen Ent-stehung, aber auch das Gepräge seines, die ganze Borwelt beleben-den Genies und der echt historischen Unparteilichkeit und Ruhe, die!cke Erscheinung in der Geschichte nach Zeit, Ort und Umständen! Dringt, an sich trägt. Seinen Rang unter den Historikern solltejedoch ein andres größeres Werk bestimmen. Während jener Ab-wechselungen, die seine Lage in den Jahren 1774 bis 80 erlitt, undMer denen er, angezogen von den Reizen einer zeitrauoenden Ge-miigkeit, abhängig von edelgesinnten, doch nicht selten launischen«üchutzern, mehrere Male zu störenden Nebengcschäften um Gunstv»d Lohn genöthigt, nicht wenig Charakter und Enthusiasmus be-rste, um sein Talent zu behaupten, hielt er doch durch Bonstet-uns aufopfernde Freundschaft und die bereitwillige lilerärische Un-! '"stutzung vieler schweizerischen GeschichtSfreunde erwärmt und auf-l «emuntert sein Ziel, die Geschichte der Schweiz zu schreiben, unver-'»«t in, Auge. Von dem mehrjährigen Kampfe mit den Zumuthun-Vaters, der ihn immer noch dem geistlichen Stunde zu! !^Iten und nach Schafhausen, wo ihm seine Professur offen gelas-! k" worden war, zurückzuziehen dachte, befreite ihn endlich 1779! dieses allzusorgsamen und den innern Beruf des Sohnes
M mißkennenden Mannes. Unter mehreren Zerstreuungen diesesSommer er im Saanenlande mit Bonstetten nrchl ohneschöne Frucht (die Geschichte der Landschaft Saaneu" tüten Bde seiner Werke), den Winter wieder bei Trorichin mit