Band 
Sechster Band. M und N.
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5l2 Müller (Johannes von)

Wiederholung des Kollegium« zu Genf hinbrachte, hatte er de»ersten Band der Schweizer-geschichte vollendet, und da er den Gen.fern durch eine Reise in Geschäften ihrer Republik nach Solothur»den letzten Dienst der Dankbarkeit geleistet, wandte er sich nachBern, wo nach vielen ärgerlichen Händeln mit der Censur feinWerk endlich unter dem falschen Berlagsorte Boston 1750 aus Lichtkam. Ein beßrer Empfehlungsbrief konnte ihm auf der Reise, dieer nun nach Berlin unternahm, nicht vorausgehen. Die achtungs-volle Aufnahme der Gelehrten und Großen in Berlin, wo er beisechs Monate blieb, seine Lsssir licbroicguss herausgab, und inFolhe derselben mit Friedrich II., dessen Stern ihn hingezogen, denrate» Februar 1781 eine Unterredung hatte, war jedoch nicht hin-länglich, ihm den Berdruß getäuschter Hoffnungen zu vergüten.Auf eine Anstellung in der berliner Akademie gefaßt, sah er sichnach langem Sollicitiren mit dem Anerbieten eines kleinen Echul-amies abgefunden, da er doch schon 177z das ihm auf Ricolai'sund Merians Empfehlung angetragn« Re.torat am joachimsrhalscheaGymnasium ausgeschlagen hatte. Dazu kamen noch eine hämischeRecension in den götlingischen Anzeigen und vaterländische Mifur-theile über seine Schweizergeschichte. In Glein.« Armen zu Hol-berstadt und in der Auszeichnung des herzoglichen Hofes zu Braun-schweig fand er den Trost, dessen sein reizbares Herz so sehr be-durfte und nahm nun ohne Bedenken die Anstellung, die ihm derGeneral und StaatSminister von Schl essen als ProfessorderGeschichte am Carvlinum zu Cassel verschaffte, im Mai1781 an. Die Nähe und Freundschaft dieses großen Kenners, derGeschichte und des classischen Aicecthums und die Bewunderung aus-gezeichneter Zklhörcr in seinen Borlesungen gaben hier seinen Studie»einen neuen Schwung. Die Frucht seiner Aufnahme in die Lociars IAss Antlizirrte, zu Cassel waren zwei in 8 Bde. seiner Werke abge-druckte Abhandlungen: 1 )s I'rnÜuenov clv» Arrcien» aur ie» lila- 1fernes Und üisiocre ssv I'eralilisdeinenr er 6e in llorninstion iremporells äu Lcnrversin ?c>nrik« <i»r>» I» cierircero inoiriö -äa ,sf s,ecle. Immer geneigt, an öffentlichen Angelegenheiten Theil zunehmen, und über das, was eben in der Politik Noth that, MPublicum zu sprechen, wie er schon in seinen über die Gen-

fer Unruhen gethan, stellte er hier in den Reisen der Päpste,einer kleinen, aber an- Stoff zu den wichtigsten Betrachtungen unge-mein reichen Schrift, die Hierarchie als Schutzwehr der Völker gegenfürstlichen Despotismus und Praponderanz dar. Sie verschaffte ih»in dem durch Kaiser ^Josephs Reformen.geängstigt-» Rom undkatholischen Deurschland bald viele Freunde, und eine Anstellung inRom würde ihm damals offen gestanden haben, wenn er der päpst-lichen Gunst seinen Protestantismus hätte aufopfern wollen. Wü isehr es ihm aber mit diesem und mit der Religion überhaupt Emstwar, ze'gen seine Briefe aus dieser Periode und ein GesprächMit Aglaja über das Christenthum, das er 1782 nieder-schrieb. Seine noch in diesem Jahre erfolgte Anstellung alsund Unlerbibliotbekar hatte er Schliessens Fürsorge zu danken, rechda dieser die Euratel der Bibliothek 173z abgab und die Pstiqt b»Dankbarkeit ihn von neuem nach Genf zog, hörten die Verhältnü"zu Cassel auf, ihm zu behagen und er nahm während einesmeraufenthalts zu Genf 178z sein- Entlassung, um bei Ä-H»Lronchiir alt Vorleser und Gesellschafter zu -i»rben und