Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
513
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Müller (Johannes von) srz

Elhweizergefchichte in der Nähe der Quellen fortzusetzen. So trater nun nach einer dreijährigen Abwesenheit reifer und ruhiaer indie alten Verhältnisse zurück, und wiederholte zu Gens seine Vorle-sungen über die Universalhistvrie- Aber je stärker inzwischen imilsentiichen Amte und bei steigender Cclebrität das Gefühl seinesWerthes und Berufes geworden war, desto drückender empfand ernun auch bald die alten Übel dieser Lage: Zeitverlust in der Gesell-schaft und des gealterten, kränklichen Lronchins Launen, der dieE:füllung seines' Versprechens, ihm eine Leibrente anzulegen, vonMonat zu Monat aufschob. Müller ging daher im Oktober 1784auf Bonstetrens Gut Valeires in die Einsamkeit, wo er denersten Band der Schweizergeschichte zur neuen Ausgabe umarbeiteteund im zweiten rasch vorwärts rückte, um sich dann im Sommer1785 durch Reisen Erholung zu schaffen und den Winter in Bernzu seyn. Kaum hatte er hier die während der Fortsetzung seinerHauptarbeit um seiner Subststcnz willen gehaltnen Vorlesunaenüber die alte Geschichte mit einer Abschiedsrede voll des glühendstenPatriotismus ss. d. irten Bd. seiner Werke) beendigt, als ihn derChurfürst Friedrich Carl Joseph nach Mainz einlud. Heyne's Em-pfehlung und der Eifer des Müllern von Cassel her befreundetenAnatomen Sömmerring hatte Liesen Ruf bewirkt. Müller lehntedaher-, weil die ihm angemeßne feste Anstellung in der Schweiz sichinimer nicht finden wollte, das Anerbieten einer Pension vom bernerAdel ab, und trat im Februar 1786 als Hofroth und Biblio-thekar in Maynz an, wo er noch in diesem Jahre die neue Ausgabedes ersten und den zweiten Band der Schweizergeschichte zu Standebrachte und vom Churfürsten immer mehr in die öffentlichen Ge-schäfte gezogen wurde. Hierdurch in die Verhandlungen über denWrstenbund verwickelt, suchte er die Gemüther durch eine Abhand-lung im deutschen Museum 1786, Zweierlei Freiheit, zu erwär-men, zeigte in der Darstellung des deutschen Fürstenbun-bes 1787, welcher Geist ihn beseelen solle, und sprach in den Er-wartungen Deutschlands vom Fürstenbunbe 1788 das«id der Edlen über den Trümmern dieses losen Gebäudes aus. Indiesen anonym erschienenen Schriften erkannte man bald die Mei-sterhand des staatsklugen Geschichtschreibers und den Grund desseltnen Vertrauens, mir dem sein Churfürst ihn beehrte. Ein refvr-Ulirrer Protestant und Laie wurde er von diesem 1787 wegen Dul-de gs Wahl zum Csadjutor nach Rom beordert, im Winter daraufstnes Bibliothekariats entledigt und in der Cabinctskanzlei ange-stellt, im Frühlinge 1788 zum geheimen Legationsrath unddenig Monate nachher zum geheimen Confercnzrath ernannt.

er unter den mannichfaltigsten, das ihm neue Studium desdeusschen Staatsrechts erfooernden Regiecungsgcschäften, für derenMühseligkeit ihn die väterliche Freundschaft des Churfürsten nichtbanz entschädigen konnte, noch Muße fand, außer jenen Schriften"der den Fürstenbund und den Briefen zweier Domherrnworin er dem Institute der Domcapitcl eine veredelte, zeit-Sewäßere Bestimmung anwies, auch die erste Abtheilung des ztenLandes der Schweizergeschichte 1788 zu Lage zu fördern, zeugt fürgewissenhaften Gebrauch seiner Zeit und für die Anstrengung,"»s der er arbeitete. Sie zog ihm 178Y eine langwierige Krank-zu, von der er nur genas, um wieder bei Leopolds Kaiserwahld sich in das Gewühl der Geschäfte zu stürzen und in Frankfurtr». (N. z,„g,) vi. gg