Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Sl4 Müller (Johannes von)

zu repräsentiern. Die Zumuthungs, auch im Finanzfache zu arbeitenund besonders ein Berdruß mit Albini bewog ihn gegen Ende idieses Jahres seinen Abschied zu suchen. Doch hier zeigte sich, inwelchem Grade Müller wegen seiner Uneigennützigkeit und Freimü-thigkeit beim Wolke beliebt und dem Churfürsten unentbehrlich ge-worden wer. Während die Höfe zu Wien und Berlin ihn durch 'Titel und Pensionen anzuziehen suchten, wie er denn damals vonden Akademien zu Berlin, Manhcim und Erfurt zum Mitgliedeernannt wurde, hielt ihn der Churfürst durch die Bestallung zumgeheimen Staatsrath, Staatsreferenda r und Directorder churrhei<nifchen Krei s archi ve fest, und eine ganz unge- jsuchte Gunst des Kaisers erhob den schlichten Johannes Müller imJanuar 1791 zum Edlen von Müller zu Sylvelden undReichsritter. Roch nicht volle zwei Jahre hatte er in diesem iweit umfassenden Wirkungskreise bald zu Maynz, bald zu Lschaffen- !bürg gearbeitet, als der Sturm des Revolutionskricges über Deutsch-land hereinbrach. Bei seiner Rückkehr von einer auf Veranlassungdes kaiserlichen Hofes nach Wien gemachten Reise fand Müller >mOktober 1792 Maynz in französischen Händen und mit den Geburtt-wehen des Republikanismus ringend. Die Liebe des Volks, daS !seine Verdienste um die Regierung des Landes und das Wohl vielerEinzelnen nicht vergessen konnte und Custine's Einladung, sich au ^die Spitze der neuen Verwaltung zu stellen, kam ihm hier entgegen.Müller aber, der französischen Revolution vvm Anfange an abhold,und seinem sur die Erhaltung der alten Verfassungen entschied-ncn politischen Charakter treu, verweigerte jede Theilnahme, «ud !ging mit seinen größtenthcils geretteten litterarischen Schätzen nach !Wien, wo er, nachdem sein Churfürst ihn endlich dem Kaiser über- ilassen hatte, als k. k. wirklicher Hofrath bei der.geheimen Hof-und Staatskanzlei eine seinen Fähigkeiten mehr, als seiner Neigung ^angemcßne Anstellung fand. Daß Georg Förster, den Müller in ,Cassel kennen gelernt und in seinen Platz als Bibliothekar zu Mavnj ' .gezogen hatte, sich von republikanischem Fanatismus verleite» lieg, ^die Maynzer mit dem ganz grundlosen Vorgeben zu täuschen, Müh ! ,ler habe zu ihrer Revolution gerathen, konnte diesem in Wien weit j ,weniger schaden, als seine Abneigung« gegen einen Übertritt M .katholischen Kirche, der daselbst zuversichtlich erwartet worden war. j ^Gleichwohl hatte Österreich an diesem freimüthigen Protestanten um ! ,Schweizer den treuesten Diener. Die Flugschriften von 1795, dtt ' ,Übereilungen und der Reichsfriedc bei Gelegenheit d» ,preußischen Separatfriedens, von 1796 die Gefahren der Zeit, ^Mantua und die Ausbeute v on Lo rg 0 fo rte und von i?y? .das sicherste Mittel zum Frieden, waren Meisterstücke du « ,politischen Beredsamkeit, den dcmosthenischen Philippiken verging' zbar, in denen Müller für Österreich und Deutschlands Ehre ,

Rettung kühn, stark und herzandringend, leider aber auch vergeb - ^

lich sprach. In jenen unruhigen Tagen, wo nur die Stimme der ^Leidenschaft gehört ward, und unter dem Zwange der engherzigste" g

Censur konnte Müller übrigens an größere Werke nicht denken. ^ t

bemächtigte sich seiner bei zunehmenden Jahren immer mehr das st»' ifühl der Unbedeutenheit des Einzelnen im Weltruin und eine geh»»' HSchüchternheit, die ihn abhielt, mit neuen Arbeiten inS Public""' ^hervorzutreten. Die zweite Abtheilung des Zten Bds. der Schwel-'"' z

-«schichte gab er 1795 heraus und lieferte, um doch irgendwo §