Band 
Sechster Band. M und N.
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522 Mumie»

Fortschritte. Sechs Jahre später nahm ihn die dortige Akademie zuihrem Mitglied auf, bei welcher Gelegenheit er die Bildnisse d:rbeiden Professoren dieser Akademie, des Lerambert und Galloche,als Receptionsblätier lieferte. Gleich darauf rief ihn der Herzognach Stuttgart zurück, und ernannte ihn zum Professor der dasi-tzen Kunstschule. -Hier lieferte Müller von Zeit zu Zeit seine Mei-sterwerke, durch die er sich so berühmt gemacht hat. Vor allen ver-dient unstreitig den Vorzug sein Bildniß Ludwigs XlV., welches inHinsicht der Reinheit und Zarrheit des Grabstichels, der netten Aus-führung und der vortrefflichen Haltung den berwikschcn Kupferstich,der eben diesen Monarchen vorstellte, noch übertrifft, ungeachtetman das Letztere hinsichtlich der Ähnlichkeit vorziehen will. Alsseine Hauptblätter im historischen Fach verdienen genannt zu wer-den: das Treffe» bei Bunkershill, wobei General Waren sein Le-ben verlor, nach einer Zeichnung Lrumbull«; und die Madonnadella Scdia, nach Lafacl, die er für das Musee fran^ois lieferte.Für das beckersche Lugusteum hat Müller ebenfalls mehrere Blättergearbeitet. In der, von ihm in Stuttgart gestifteten Kupferste-cherschule haben sich mehrere sehr vorzügliche Künstler gebildet, vor-züglich auch sein Sohn. Gebildet unter Leitung seines vortrefflichenVaters, erregten schon seine ersten Arbeiten, womit er auftrat,z. B. das Bildniß Hufelands rc., große Erwartungen. Er ginghierauf ebenfalls nach Paris, verweilte dort mehrere Jahre, undkehrte im Jahr 1806 nach Stuttgart zurück. Hier gab er einigeJahre später sein allgemein bekanntes und bewundertes Blatt, Jo-hannes der Evangelist, nach Domenichlno, heraus, durch welches ersich als vollendeten Künstler bewährt hat. Auch in das Musee Na-poleon hat er einige Blätter geliefert.

Mumien, einbalsamirte Körper der alten Ägypter, welchedurch das Einbalsamiren vor der Verwesung geschützt worden sind.Ihre Farbe ist braun,' der Körper so trocken und hart, wie Holz,und von einem schwach gewürzhaften Geruch. Der ganze Körper istin schmale Binden aus Baumwolle von verschiednen Farben überund über eingewickelt, wozu an manchen Mumien über tausend El-len Bänder gehören sollen. Gewöhnlich ist das Gesicht freigelassen,welches bisweilen so gut erhalten ist, daß die Augen in ihrer völli-gen Gestalt geblieben sind. Die Binden sind so fest umgewickelt,und durch die Länge der Zeit von den Balsamen so durchdrungen,und eben so braun, wie die Mumien gefärbt, daß sie mit demKör-per in eine Masse verwandelt zu seyn. scheinen. Man findet dieMumien in dem mittlern Theile von Ägypten, theils in den beieiner großen Sandwüste stehenden ungeheuern Gebäuden, welcheman die Pyramiden nennt, theils in deren Nähe in unterirdische»Begräbnißgewölhen. Die Art des Einbalsamirens war ungefährfolgende: eigens dazu bestimmte und unterrichtete Menschen entle-digten den todten Körper seiner Eingeweide, zogen das Gehn»durch die Nasenlöcher mit einem eisernen Haken, und gössen balsa-mische Flüssigkeiten in die Hirnhöhlen. Die gereinigten Eingeweidewurden, nachdem man sie mit Palmwein gewaschen hatte, wiederin den Leib gesteckt, hierauf der ganze Körper siebcnzig Tage langin Salpeter gelegt. Dann geschah das eigentliche Einbalsamiren!der Unterleib wurde mit Balsamen versehn, der ganze Körper m»Binden umwunden, welche mit Zedernharz, wohlriechenden und bal-samischen Ölen getränkt waren. Die Kosten betrugen gegen

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