Mumme München 52 z
Thäler, daher auch auf diese Art nur die Leichen der Bornehmerni und Reichen einbalsannrt wurden. Der Körper wurde nun in einen' ausgeschnitzten, mit mancherlei Mahlerei verzierten Sarg gethan,dessen Deckel gemeiniglich mit einer Mumicngestalt, bemahlt! lvac. Die Mumie wurde im Sarge noch mit einer Decke umgeben,
^ dir oft selbst kehr Hostbar- war. Sie bestand aus vielfach ^usammen-grpapptem Byffuö, oder einer Art Kattune, war sehr künstlich ge-arbeitet, und ebenfalls mit Mahler« versehn, oft sogar mit Goldund Edelsteinen geschmückt. Die Leichen wurden jedoch auch auf«ohlfeckere Art zu Mumien gemacht, indem die Eingeweide nichtaus dem Körper genommen wurden, sondern derselbe bloß mit Ze-dernharz ausgespritzt, dann einige seit in Salpeter oder Natrumgrlegt, und hiernach mit Binden umwickelt wurde, die man mireiner Art Gummi überstrich. Roch einfacher war eine dritte Art,da man bloß die Körper siebenzig Tage hindurch in Salpeter, undhierauf in den Sarg legte. — Noch zu unsrer Zeit werden zuwei-len die Leichen fürstlicher Personen durch Einbalsamiren der Lerwe-^ sunz entrissen. Auch ist in einem Kapuzinerkloster bei Palermo in^ Eicilien ein Bcgräbnißorr, in welchem Mumien noch zu unsrer seit! aufbewahrt werden, merkwürdig. Es ist nämlich in demselben eini unterirdisches großes Gewölbe, das in viele breite und hohe Gänge^ eingetheilt ist. An den Wänden sind nach der Reihe hohe schmalej Nischen angebracht, in welchen mehrere hundert menschliche Körper! aufrecht stehen, die hinten an der Wand befestigt und mit ihremgewöhnlichen Anzüge bekleidet sind. Die Mönche dieses Klostersj wissen durch besondre Mittel, die sie ihres Vortheils wegen geheimi halten, die Leichen vor der Verwesung zu erhalten, und es werdenderen noch immer daselbst aufgestellt. — Außer den künstlich ge-machten Mumien, gibt es auch an vcrschiednen Orten natürliche,
' welche es ohne künstliche Nachhülfe durch Austrocknung der Luft ge-worden sind. So findet man z. B. in einem Gewölbe der Dom-' sieche zu Bremen, welches der Bleikeller genannt wird, weil manvordem das Blei zu den Dachrinnen und Orgelpfeifen darinschmelzte, die nach der Zeit darin beigesetzten Leichen noch unoer-wes't. In dem St. Bernhardskloster auf dem Bcrnhardsberge wer-den die Leichnam« der Reisenden, welche in dem hohen Schnee um-gekommen sind, in einer Capelle, welche mit Gittern »ersehene of-fene Fenster hat, versammelt, wo sie in sitzender Stellung, eineran des andern Brust lehnend, aufbewahrt werden. Die scharfe,kalte Luft verhindert die Verwesung der Körper, und läßt sie nurlangsam eintrocknen. — Außer den menschlichen Körpern machtendie alten Ägypter den Körper eines gewissen von ihnen verehrtenVogels, des Ibis, zur Mumie, und verwahrten ihn in Gefäßen,deren man viele in kleinen Gewölben findet, welche bei jenen Be-gräbnissen angebracht sind. — Die Mumien wurden sonst, ihresBalsams wegen, als Arzneimittel gebraucht, wovon man aber längstabgekommen ist. In Dresden hat man zwei ganze Mumien, dienoch vollkommen gut erhalten sind, und welche zu den kostbar-sten gehören. Auch in der leipziger Rathsbibliothek bewahrt man«>ne auf. . n.
Mumme, s. Bier.
München, die Haupt- und Residenzstadt vöm KönigreicheBayern, breitet sich beinahe in der Mitte des Jsarkreises, auf demunken Ufer der Jsar und in einer Ebne aus, welche nur auf der