324 München >
östlichen Seite von niedrigen Hügeln „mgränzt iik. Sie nimmt ei-nen verhällnißmäßig kleinen Raum ein, der aber, hie Vorstädte sabgerechnet, von 6v,ve« Menschen bewohnt ist. Die innre Start >umgeben sechs Vorstädte: die Au, die St. Anna-Vorstadt (Setzet), .das Schönseld, die Max-Vorstadt, die Ludwigs-Vorstadt und die jJsar-Vorstadt. Seiner südlichen Lage 48^ 8" 20" nördlicher >Breite) verdankt München kein so angenehmes und freundlichesClima, als andere, mit ihm unter gleicher Breite liegende Städtedes südlichen Europa's. Das Clima ist wegen der hohen Lage derStadt über der Meeresfläche, und der Näbe der tyroler Gebirge,mehr rauh als mild, und wegen der Veränderlichkeit der Lust derGesundheit nicht besonders zuträglich. Die Winter sind meisten»streng und anhaltend; die Frühlinge spät und wenig angenehm,die Sommer kurz, öfters, ungemein heiß und veränderlich; der Herbstgewährt meistens sehr angenehmes und andauerndes Wetter, Aufdie schwülsten Scmmertage folgen öfters kalte Abende und Nächte;bisweilen ist der Übergang von eurem Extreme zum andern soschnell, daß man glaubt, i» einem Lage die vier Jahrszeiten zuhaben. Im Uten,-und im Anfange des i2ten Jahrhunderts warMünchen schon von einigem Umfange und unter dem Namen Wü-rstchen bekannt. Zu seiner Erweiterung, Verschönerung und seinemWohlstände trugen folgende bayerische Regenten sehr viel bei: Hein-rich der Löwe, Herzog Otto der Erlauchte., Herzog Ludwig derStrenge, die Herzoge Ludwig und Rudolph, des Vorigen Söhne,Herzog Wilhelm V-, Herzog Maximilian l, Albrecht IV-, der jetztregierende König Maximilian 1. Die Stadt ist unausgesetzt in ih-rer Vergrößerung und Verschönerung begriffe»; in den Vorstädtengehen nicht nur immer neue Häuser,) wie durch magische Kraft, her- ,vor, sondern hier und dort wird auch das alte Geschmacklose, so- :fern es in den allgemeinen Plan der Verschönerung nicht paßt, zer-stört und durch gefälligere Anlagen ersetzt. Überall an den Gebäu- lden zeigt sich ein guter Geschmack, und der Ausdruck bescheidner >Bequemlichkeit; das Aushängeschild eines rasinirten Luxus ist nir-gends zu finden. Die vorzüglichsten öffentlichen Plätze in Münchensind: der Marktplatz, auch schlechthin Platz genannt, der Max J°< !sephplatz, der Promcnadeplatz, der Maximiliansxflatz, der Caroli-nenplatz, der Kön gsplatz und der Ludwigsplatz. Au den ausgezeich-netsten Kirchen gehören: die Theatinec- oder catholische Hofkirche, ^die Kirche zu U. L. Frau, die Pctcrskirche, die königliche Hof- !kirche zum h. Michael, einer der schönsten Tempel in Deutschland,die königliche Hofcapelle und die evangelische Hofkirche in der Resi-denz, und der Bürgersaal. Unter den Palästen zeichnen sich aus:das königliche Residcnzgebäude, ein herrlicher, weil umfassender >Palast, voll Ernst, Würde und Hoheit, im dorischen Style, im 3 "> jnern auf das prächtigste und geschmackvollste geschmückt; der Herzog-Maxpalast, der Herzoagarten, der fuggersche, oder Herz. Wilhelms-palast, und mehrere Hotels von dem dasigen hohen Adel. Münchenist der Sitz der fünf Ministerien, und der bei denselben angeordne-ten Sectionen, dann aller obern Behörden und Einrichtungen !»politischer, finanzieller, juridischer, militärischer und kirchlicher Hin-sicht. In der Reihe der Anstalten für Beförderung der Wissenschaf-ten steht die königliche Akademie der Wissenschaften oben an, welch!schon im I. 175Y vom Churfürsten Maximilian Joseph III. gegrün-det, und vom Könige Maximilian I. im Jahr 1807 mit einer neuen