Band 
Sechster Band. M und N.
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525
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München 522

! Verfassung und reichen Dotation begabt wurde. Unter der Aufsichtder königlichen Akademie stehen: die Hofbibliothek, das Museumder Naturgeschichte, und die physikalischen, mathematischen und po-lytechnischen Sammlungen, der botanische Garten, das Münzcabi-' «et, das Antiquarium u. A. Die königliche Studienanstalt, alsLehranstalt für höhere Bildung, besteht aus einem Lyceum, Gymna-sium und Realinstitute; ferner blühen hier als besondre Lehr- undErziehungsanstalten die königliche Pagcrie, das Cadetencorps, dasStudenten-Seminar und die Maximilians-Anstalt weiblicher Er-i Ziehung für höhere Stände; als Lehranstalten verdienen noch genanntzu werden: die landärztliche Schule, die Central - Beterinärschule,die männlichen und weiblichen Feiertagsschulen. Anstalten zur Bil-dung in Künsten besitzt München nicht minder in bedeutender An-zahl. Obenan steht die Akademie der bildenden Künste, mit deri Kunstcomite; hierzu gehören: der Antikensaal, die Modell-, Zeich-^ nung- und Mahlzimmer, und das Kupferstich- Cabinet. Eine derl sehenswürdigsten hiesigen Kunstanstalten ist die königliche Bildergal-! lerie, deren kostbare Sammlungen in sieben, theils größern, theilskleinern Sälen auf eine so planmäßige Art vertheilt sind, daß dieAufmerksamkeit des betrachtenden Kunstfreundes stufenweise, von! einem Saale zum andern, von den niedern bis zu den höhern Foct-i schritten und Vollkommenheiten der Kunstwerke jedes Meisters er-' hoben wird. Sehr interessant sind auch die Sammlungen von Hand-zeichnungen, Miniatur-, Email- und Musivgemählden und elfen-beinernen Schnitzwerken. Unter den übrigen zahlreichen Kunstan-staitcn daselbst zeichnen sich besonders aus: das mechanische Insti-tut von Reichenbach und von Utzschneider, wo vortreffliche astrono-mische und mathematische Instrumente verfertigt werden, die denenglischen nicht nur nicht nachstehn, sondern unstretig manche der-selben weit übertreffen; ferner die lythograpbischen Anstalten, die,

> von Sennefelder gegründet, imnier weiter sich ausdehnen und an be-wunderungswürdiger Vollkommenheit und Gemeinnütziakeil gewinnen.2» vielen Bureaus wird diese Kunst mit Nutzen angewendet; vor-iüglich schön werden bei der königlichen Steuer-Casastercommissiondie Plane auf Stein geschrieben und abgedruckt; die Nachahmungender Albrecht därcrschen Handrisse und andrer Kunstwerke von Strirer,

. Moti, Stunz, Murel u. A. erregen gerechte Bewunderung. ImGebäude der männlichen Feierlagsschulc blüht ebenfalls eine litho-graphische Anstalt, aus welcher zuerst vollkommen reine Kunstab-drücke aller Art hervorgegangen; auch in der Beschästigungs- und-industrieanstalt auf dem Anger wird diese Kunst mit vielem Fleiße^ und großer Geschicklichkeit betrieben. Was die Veredlung und Ver-! Konerung des Lebensgenusses und der Geselligkeit betrifft, so stehtManchen im Besitze der auf diesen Zweck berechneten Anstalten ge-wiß keiner Stadt in Deutschland nach. München besitzt zwei ste-hende Theater; an dem Museum und der Harmonie zwei Gesellschaf-»a, welche bei zweckmäßiger Befriedigung des Geistes, den Mit-gliedern auch Gelegenheit zum Genusse geselliger Freuden und Un-terhaltungen verschaffen; zu verschied»«» Zeiten werden musikalischeAkademien und Konzerte gegeben; der englische Garten ist das fürManchen, was der Prater für Wien, der Tbiergarten für Berlin,"ad die Au für Kassel ist; unter den Winteroergnüzungen verdie-Na die Karnevals-Belustigungen den ersten Platz, und wer Mün->hm so recht in seinem vollen Freudengenusse beobachten will, der