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Sechster Band. M und N.
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526 München

muß zu dieser Zeit in dessen Mitte sey». Bequeme, reinliche Woh- jnung, prompte und gutmüthige Bedienung mit möglichster Billig- !kcit in den Preisen gehören mit zu den vorzüglichen Gegenständen,die einem Fremden den Aufenthalt in dieser Stadt, wo nicht in al-len, doch gewiß in den meisten Gasthäusern, angenehm machen.

Um die Stadt herum liegen viele Gärten, wo ebenfalls Erfrischun-gen und Belustigungen aller Art zu genießen sind. Die besuchte-sten Vcrgnügungsörter in der Nähe von München sind: Großhesel- 'lohe, Obervöhring, Bogenhauscn, Hartaching, Grünwald und Thal-kirchen. In größerer Entfernung liegen: Nymphenburg, Schleiß-beim und Fürstenried, drei königliche Lustschlösser, in welchem er-ster« der königliche Hof gewöhnlich seine Sommerrestdenz nimmt.Nicht weniger als die bisher genannten Anstalten für wissenschaft-liche und artistische Bildung und für Genuß geselliger Vergnügun-gen, verdienen auch eine ausgezeichnete Erwähnung die in Mün-chen befindlichen Untcrstützungs, und Wohlthätigkeitsanstalten,welchenicht nur durch die Großmulh bayerschec Regenten, sondern auchdurch menschenfreundliche Geschenke und Vermächtnisse reicher Pri-vatpersonen entstanden. Die wichtigste und zugleich umfassendsteAnstalt dieser Art ist das allgemeine Krankenhaus — einzige Anstaltfür die Aufnahme Verpflegung und Heilung solcher Kranken bei-den Geichlechts aus dem Civilstande der Einwohner Münchens unddessen Umgebungen, welche nicht an unheilbaren und sehr langwie-rigen körperlichen Krankheiten leiden. Es enthält einen Raum fürdie Aufnahme von 7- bis 800 Kranken, 54 Commun-Krankensäle,und überdies abgesonderte Zimmer für Gäste, die ihre Verpfle-gung und Heilung bezahlen. Andre Anstalten dieser Art sind: daßMilitär-Lazareth, das heilige Geist-Spital, das Joseph-Spital, idas bürgerliche und Polizei-Lazareth, das Waisenhaus, das Irren- jHaus, das Findelhaus, die Entbindungsanstalt. Das königliche iStrafarbeits-(Zucht-) Haus ist bestimmt zur Strafe und Besserung ^grober Verbrecher, die alle zur Arbeit angehalten werden. Eine dervorzüglichsten und zugleich kunstvollsten Wohlthätigkeitsanstalten .sind die Wasserleitungen und Brunnenwerke. Das Wasser wird von >der Jsar hergeleitet; die Canäle, »»gemein zahlreich und mit vie-len Kosten unterhalten, treiben Maschinen, Mühlen, bewässernWiesen und Gärten, dienen zum Flößen, und sichern vor Über--schwemmungen. Die Consumtien von Speisen und Getränken mdem, verhältnißmäßig sehr bevölkerten München, ist »»gemein bc- §trächtlich; nicht nur die benachbarten Orte, sonder» auch entfernte -Kreise und das Ausland liefern hierzu ihre Beiträge. Fabrikenund Manufakturen sind in München nicht zahlreich; man findet da- ,selbst einen Kupfer- und zwei Eiscnhämmer, eine Kattun- und M-, lfabrik, zwei leonische Spitzenfabriken, drei Meubelufabriken,

Papier-, zwei Siegellack- und fünf Tabaksfabriken, sechs Lederfa-briken, unter welchen sich besonders d:e von utzschneidersche aus-zeichnet, zwei Wagen-, vier Spielkarten - und zwei Seidenstrumpl-febriken, eine Farben- und eine Pinsclfabrik u. A. Buchdruckettie»enthält München acht, Buchhandlungen sieben an der Zahl. Du ,zahlreichsten Gewerbe niederer Art bestehen in vierundfechzig Baue- §reien, in neunzehn Brantwein- und sechzig Bierbrauereien , hundert ^dreiundfunfzig Bierwirthschaften, zweiunddreißig Caffeeschenken, §

achtunddreißig Kistlcrn, sechundsechzig Metzgern, hundertpe-'i" §

Schneidern, neunundsechzig Schuhmachern, vierundfunfzig Ländlern,