Band 
Sechster Band. M und N.
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527
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Münchhause» 527

neunzehn Weinbraiintschenken, hundertvkcrzehn Kaufleuten, neun-undzwanzig Meldern, einundsicbzig Leinwebern, sechzehn Käsckäuf-lnn, zweiundzwanzig Schaflern ». s. w. Die in der Vorstadt Aubeliebenden Gewerbe find hier nicht mitgerechnet. München hält desJahre zwei große Dulten (Messe»), von welchen die eine im Win-ter, um heilige Drcikönig, die andere im Sommer, um Jakobi, ih-ren Anfang nimmt; jede dauert vierzehn Lage. Schrannen - oderEetraidemarkt wird wöchentlich, jeden Samstag, oder wenn dahinein Feiertag fällt, den Tag zuvor gehalten. Roßmärkte sind an denersten drei Mittwochen in der Fasten und am Jacoditage; Holz-märkte täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Um das Pu-blicum über die Beschlüsse der Regierung, über Beförderungen, Be-lohnungen und wichtige Staatsveränderungcn zu belehren, erscheintin München ein Regierungsblatt. Unter der Leitung der Polize:di-rection wird ein Polizeianzeiger herausgegeben, durch welchen dasPublikum öon Nachfragen, Dienstanerbietungen, Polizeiversügun-gen, Warnungen u. s. w. Kenntniß erhält. Äußer diesen Schriftenerscheinen noch im Drucke: die königlich bayersche Nationalzeitung,die politische Zeitung, das Gesellschaftsblakt für gebildete Stände,das Wochenblatt für den landwirthschaftlichen Bereit« in Bayern,der musikalische Jugendfreund, das Theater-Journal, die Jsar-diätler, und andre minder bedeutende Schriften.

Münchhause» (Gerlach Adolph, Freiherr von), hat sich alsPremierminister des hannöverschen Landes und als Curator derUniversität Göttingen einen unsterblichen Ruhm erworben. Erstammle aus einem der ältesten und verdienstvollsten adeligen Gs^schlechter, und wurde den iyre:> Oktober 7688 geboren. Nachdemer seine akademischen Studien zu Jena, Halle und Utrecht vollendethatte, wurde er im Jahr 1714 ÄppellationSrath in Dresden, imJahre harauf Oberappellationsrath in Zelle, und 1726 hannöver-scher Eowitialgesandter in RegenTburg. Bom Jahr 1728 an warer Mitglied des geheimen Ratyscollegiums zu Hannover. Die man-mchfaltigen Verdienste, die er entwickelte, erhoben ihn im Jahrifüß zum Premierminister, in welcher Stelle er den 2üsten Novem-hss 1770 zu Hannover starb, nachdem er in einer Reihe von gzDienstjahren den drei Herzogen die wichtigsten Dienste geleistethalte. Man kann mit Wahrheit sagen, daß die blühende Periodedw im Jahr i/Z4 gestifteten Universität Göttingen, deren Cura»A er Zs Jahre lang war, ganz Münchhauscns Werk war. EineMenge von Instituten dieser Universität, als z. B. die Errichtung«er Akademie der Wissenschaften, die Festsetzung der von ihr ver-theilten Preise, die Herausgabe ihrer Abhandlungen, die göttingi-schen gelehrten Anzeigen, die Bibliothek, deren Hauptsaal noch jetzti üin wohlgetroffnes Bildniß zeigt, verdanken ihm theils ihre Ent-Ahung, theils ihren Flor. Was aber für die Blüthe der Unioer-stat wohlthätiger war als alle diese Institute, war derU.derale große Geist, mit dem er über das Ganze wachte, und vor-. W>ch die Anstellung der Lehrer leitete. Bloß MünchhausenSScharfblick und seiner nicht etwa durch den Einfluß eines Lieblinzs-^"'hrten bestimmten Wahl ist es zuzuschreiben, daß Göttingen un-^unchhgusens Curatel eine so große Anzahl von Männern auf-hatte, von denen jeder in seinem Fache groß und originellHier.fand nicht die Ursache statt, welche so oft den Ruhm" Universitäten allmälig verdunkelt, daß irgend ein Lehrer der