Band 
Sechster Band. M und N.
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Murr Murten 541

misches Talent hat der Verfasser in seinen Farcen als in seinen Lust-spielen gezeigt. Die beste derselben ist betitelt: Drei Wochennach der Hochzeit. Seiner Übersetzung des Tacitus fehlt es anGenauigkeit und Treue. Er starb 1805 i» Brompton.

Murr (Christoph Gottlieb von), als Geschichts- und Alter-thumsforscher gleich berühmt, wu-de in Nürnberg im Jahr i/zzgeboren, bildete sich zum künftigen Gelehrten anfangs in Nürn-berg, späterhin aber auf der hohen Schule zu Altorf, und kehrtenach vollendete» Studien an den erster» Ort zurück, wo er in der'Folge die Stelle eines Zollamtmanns bekleidete. Das erste größreWerk, wodurch er sich in der litecarischen Welt bekannt machte,war sein Ilibiicirlaso,s ü« keiururs src., welche im Jahr 1770 er-schien. Vor allen Schriften aber zeichnet sich sein, im Jahr 1775angefangnes, und bis zum Jahr 1789 fortgeführtes „Journal zurKunstgeschichte und zur allgemeinen Literatur" aus. Es umfaßti siebzehn Theile; eine in den Jahren 1798 und 1799 angefangne

! Fortsetzung dieses Werks, unter dem Titel: „Neues Journal" rc.,

§ wurde schon mit dem zweiten Bande beschlossen. In diesem Jour-nal ist ein großer Schatz von einzelnen Abhandlungen über die äl-teste Geschichte der Olmahlerei, der Kupferstecher- und Formschnei-i bekunst, Beschreibungen seltner Werke, Beurtheilungen der vorzüg-> lichsten in fremden Sprachen erschienenen Bücher, oder Auszüge ausden kostbarsten derselben, Nachrichten über die neuesten Fortschritteder Künste und-Wissenschaften rc. enthalten, die sich durch Gründ-lichkeit, kritischen Geist, Unparteilichkeit und würdige Darstellungaufs vortheilhafteste auszeichnen. Vorzüglich reichhaltig und brauch-bar sind die Forschungen über die Geschichte der deutschen Kunst;

denn Nürnberg, als der Vaterort der deutschen Kunst, bot dem

Ler-aifer eine reiche Fundgrube dar, um Untersuchungen darüberanzustellen. Man muß Murr das Verdienst lassen, daß er dies Wahn zu dergleichen, in den neuesten Zeiten mit so viel Glück be-handelten Untersuchungen hat brechen helfen. In spätern Jahrengab der unermüdete Llterator noch andre sehr interessante Schriftenheraus: die Abbildungen der herculanischen Alterthümer; seine Ge-schichte des dreißigjährigen Kriegs; die Beschreibung der Merk-würdigkeiten Nürnbergs und Altocfs; und noch im I. 1805 seineSchrift: die mediceische Venus und Phryne. Sein, im I. 1809erfolgter Tod wurde von allen Verehrern der Wissenschaft undKunst aufs lebhafteste betrauert. LL.

Murray, s. Manssield.

Murten (französisch IVlnrar, lateinisch Murarun,), einew der Schweiz, in der Laudvogtei Murten, an dem durch dieBreye mit dem neuburger See Gemeinschaft habenden Murter-Scetelegne Stadt, sechs Stunden von Bern, mit einem alten Schlosse,>n welchem der Landvogt (hier Schultheiß genannt) residirt. ImÜbten Viertel des fünfzehnten Jahrhunderts wurde durch mehrereVeranlassungen eine heftige Fehde entsponnen zwischen der Eidge-nossenschaft und Carl dem Kühnen, Herzoge von Burgund, ei-nem Sohne Philipps des Gütigen, der im Jahre 1467 starb.E nähere Veranlassung gab ein dem Hause Savoyen angehöriger^.raf von Romont, der zwei Wagen mit Kausmannswaarcn, das^lgenthum nürnbergischcr Kaufleute, anhalten ließ. Drei Tage??lhher waren acht Bürger aus Fceiburq und Bern in dem wäl-

Schweizerland«, oder dem sogenannten Wad (?»)-« ä« V»ust)