Band 
Sechster Band. M und N.
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Mufti,

schiedenheit. Die bekanntesten sind die Töchter Jupiter« und duMnemosyne, welche auch Moneta, Memoria und Mens genau«!wird. Ihre Pflegemutter soll Eupdeme gewesen seyn. Eigentlichstammten diese Göttinnen aus Pierien in Thrazien; von da käme-st« nach Böotien und dann ins übr ge Griechenland. Anfangtkannte man nur drei Musen: Melete (das Nachsinnen bei der Anbeit); Mneme (das Gedächtniß zur Verewigung großer Thaten);und Aoida (der Gesang zur Begleitung der Erzählung). Ladnnennen diese Cephisos, Boristhenis und Apollonis. End-lich brachte Pierus, ein Macedonier, neun Musen nach Thetpi«,die man für seine Töchter hielt und daher auch nach PausaniatPierideS nannte. Andre leiten diesen Namen von Pieria a«Olympus in Macedonien her, wo sie am frühesten verehrt wurden.Ihre Namen waren Clio, Euterpe, Thalia, Melpomene,Terpsichore, Erato, Polyhymnia, Urania und Kal-liope; »ach Andern aber Kalllchore, Eunice, Heliee,Thelrinoe, Terpsichore, Euterpe, Encelade, Dia undEunope. Nach Varro sollten die neun Musen aus den drei ur-sprünglichen durch folgenden Zufall entstanden seyn. Man halle(vermuthlich in Sicyon) drei geschickten Künstlern aufgetragen, dirBildsäulen der drei Musen zu verfertigen) von denen man dirschönsten zum gottcsdienftlichen Gebrauche heiligen wollte. ZedrrKünstler verfertigte drei Statuen. Bei der Besichtigung fand mansie alle so schön, daß sie insgesammt geweiht und in dem Tem-pel des Apollo aufgestellt wurden. Die Dichtung erzählt, Jupiterbrachte mit der Mnemosync neun Nächte in Pierien zu, und zeugtein diesen die neun Musen. Gleich nach ihrer Geburt kamen sie sin-gend und tanzend in den Olymp, wo Jupiter sie zur göttlich«Würde erhob. Nicht weit von der Spitze des Olympus ist ihr Pa-last neben den Palästen der Grazien und des Himeros, wo sie sin-gen und tanzen. Gewöhnlich werden sie als Jungfrauen dargestellt;bisweilen aber werden auch Geliebte und Kinder der Musen ge-nannt. Nur Urania bleibt Jungfrau, außer daß sie bei Eustathwtdie Mutter des Linus genannt wird. — Unter den Begebenheit«der Musen werden vorzüglich drei Wettstreite erzählt, die sie mtden Sirenen, den Töchtern des Pierus, und dem alten Barde«Lhamyris hatten. Die Sirenen mußten, als sie überwunden wur-den, sich die Federn aus den Flügeln rupfen lassen, woraus sich duMusen Kränze machten. Die Töchter des Pierus flogen beschämals geschwätzige Elstern hinweg. Als die Musen in dem Wettstreit!mit ihnen sangen, standen der Himmel und die Gestirne, die Fl»si>und das Meer still, und der Berg Helikon hüpfte vor Wonne, !-daß Neptun, damit er nicht gar bis zum Sitze der Himmlischen stel-gen möchte, den Pegasus abschickte, der ihm mit dem Fuße auf d«Scheitel schlug; bei dem Gesänge der unglücklichen Pieriden aberdeckte schwarze Finsterniß weit umher die Gefilde. Der Barde Tft-myris, der einen Wettstreit mit ihnen begann, hatte als Bedin-gung desselben festgesetzt, daß, wenn er Sieger wäre, jede von ih-nen eine Nacht in seinen Armen ruhen sollte; würde er aber de-siegt, so sollten sie ihm eine willkürliche Strafe auferlegen. D« ^letztere Fall trat ein, und er verlor zur Straft für seine Verwest ^senbeit die Augen und die Kunst, die Cither zu spielen. Außerdemwerden noch folgende Geschichten erzählt. Eine gewisse Bölett-schast hörte den Gesängen der Musen mit s» vielem Vergnügen j», ,